Warsteiner Montgolfiade: Freude und Frust am Ballonhimmel
Lokalzeit Südwestfalen. 12.09.2025. 03:31 Min.. Verfügbar bis 12.09.2027. WDR. Von Heinrich Buttermann.
Ballonsport ist extrem wetterabhängig. Damit hatte in diesem Jahr auch die Montgolfiade in Warstein - eine der größten Ballonsportveranstaltungen der Welt - zu kämpfen. Sie läuft seit dem 5. September und geht am Samstagabend nach neun Veranstaltungstagen zu Ende.
Teilnehmer aus der ganzen Welt
Die Zahlen vom Montgolfiade-Gelände am Warsteiner Stadtrand sind trotz der Wetterschwierigkeiten beeindruckend. Knapp 500 Starts wurden insgesamt gezählt. 161 Pilotenteams sind ins Sauerland gereist, davon 123 aus Deutschland und 38 aus allen Teilen der Welt. Piloten und Helfer aus den Niederlanden, Großbritanien, der Schweiz, Spanien oder aus Brasilien waren dabei.
Heißluftballons am Himmel im Sauerland
Sie genießen das große Treffen und die spektakulären Bilder, die durch die vielen Ballonhüllen am Himmel entstehen. Besondere Hingucker sind die Sonderformen. Ein riesiges Tablett mit Pilsgläsern des Hauptsponsors gehört dazu, eine riesige Dampflok, die Sonnenblume oder eine Bierflasche mit Bügelverschluss.
Erstmals waren ein riesiger Tukan, eine Schildkröte und ein Auto mit Hund am Steuer zuerst am Boden und dann auch im Himmel über Warstein zu sehen.
222 Ballonstarts an einem Tag
Die Warsteiner Internationale Montgolifade hat seit dem ersten September-Wochenende viele tausend Besucher angelockt. Besonders erfolgreich war der erste Samstag mit rund 25.000 Menschen auf dem Festivalgelände. 222 Ballonstarts wurden an diesem Tag gezählt: Ein Erfolg, der sich wegen des Wetters nicht wiederholen ließ.
Ballone sind extrem wetteranfällig: Schon etwas Regen reicht aus, und die Luftgefährten bleiben am Boden. Zu viel Wind können die Ballone nicht vertragen. Zu wenig Wind geht auch nicht, weil man dann mitten über dem Arnsberger Wald keine Landemöglichkeiten finden würde.
Beliebt am Abend: die Lichtshow beim "Night Glow"
Früh morgens und am frühen Abend geht es in die Luft. Außerhalb dieser Zeiten ist die Thermik zu stark. Die turbulente Luft könnte für die Ballone gefährlich werden.
Drachen und Gleitschirme gegen Wetterkapriolen
Damit das Festival nicht ganz so wetterabhängig ist, setzen die Veranstalter mehr und mehr auf Alternativangebote. Am vorletzten Abend waren große Drachen am Himmel. Auch Gleitschirme zogen ihre Kreise. 39 Music-Acts spielten auf zwei Bühnen.
Vor zwei Jahren hatten Veranstalter, Piloten, Mitfahrer und Zuschauende viel Glück: Fast täglich konnte abgehoben werden. 1.156 Starts wurden registriert, mehr als 160.000 Besucher sollen auf dem Gelände gewesen sein. 2024 fand keine Montgolfiade statt.
Unsere Quellen:
- Ballonpiloten und Mitfahrer
- Festivalleitung
- Beobachtungen und Gespräche des WDR-Reporters vor Ort
