Prozess in Siegen: Vater soll Tochter jahrelang missbraucht haben

Lokalzeit Südwestfalen 26.08.2025 00:54 Min. Verfügbar bis 26.08.2027 WDR

Siegener Missbrauchsprozess: Sieben und vier Jahre Haft gefordert

Stand:

Im Siegener Missbrauchsprozess hat die Staatsanwaltschaft am Freitag, 05. September 2025, sieben Jahre Haft für den Hauptangeklagten gefordert. Er ist der leibliche Vater des mutmaßlichen Opfers. Das Urteil in dem Prozess soll Ende September fallen.

Von
Gaby Rosenkranz
Gaby Rosenkranz
und Kai Osthoff

In ihren Plädoyers haben sowohl die Staatsanwältin als auch der Anwalt des Opfers für den Hauptangeklagten sieben Jahre Gefängnis, für den Mittäter vier Jahre Gefängnis gefordert. Das berichtete der Anwalt des Opfers gegenüber dem WDR.

Verteidigung fordert geringere Strafe

Die Verteidiger fordern für den Hauptangeklagten eine geringe Haftstrafe wegen des Besitzes und der Verbreitung von kinderpornografischem Material. Zwei Videos soll er in einem Messenger-Dienst verteilt haben. Eine Vergewaltigung sei aus ihrer Sicht nicht bewiesen.

Anklage wegen gemeinschaftlicher Vergewaltigung

Die beiden Männer stehen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und gemeinschaftlicher Vergewaltigung vor Gericht.

Gerichtsgebäude in Siegen

Gerichtsgebäude in Siegen

Der 39-jährige leibliche Vater soll seine inzwischen erwachsene Tochter zwischen 2018 und 2021 sexuell missbraucht und mit einem Bekannten gemeinsam vergewaltigt haben.

Als Zwölfjährige erstmals missbraucht

Die junge Frau war zwölf Jahre alt, als ihr Vater sie zum ersten Mal vergewaltigt haben soll. Teils in der eigenen Wohnung, bei einer Tat aber auch während eines Waldspaziergangs.

Mädchen soll sich gewehrt haben

Das Mädchen soll sich gegen die Taten gewehrt haben, zum Teil auch mit Schlägen gegen ihren Vater. Er soll seine Tochter aber festgehalten und auch Türen zugeschlossen haben.

Erst nach Jahren, 2021, soll sie sich einer Person anvertraut haben. Danach kamen die Ermittlungen ins Rollen.

Siegener Missbrauchsprozess: Sieben und vier Jahre Haft gefordert

WDR Studios NRW 24.09.2025 00:22 Min. Verfügbar bis 24.09.2027 WDR Online

Zwei schwere Missbrauchsfälle in einer Familie

Die heute 19-Jährige ist die Schwester des elfjährigen Mädchens, das nach schwerem sexuellem Missbrauch 2024 ein Kind von ihrem Stiefvater bekommen hatte. Der Stiefvater war in einem anderen Prozess im März zu acht Jahren Haft verurteilt worden.

Insgesamt neun Tatvorwürfe

In dem laufenden Prozess ist der leibliche Vater angeklagt. Die Staatsanwaltschaft Siegen hat ihn wegen acht Vergehen angeklagt, den 38-jährigen Mitangeklagten in einem Punkt.

Dem Vater wird auch vorgeworfen, kinder- und jugendpornografische Inhalte per Handy geteilt zu haben. Die Aufnahmen sollen aber, laut einer Gerichtssprecherin, nicht seine heute 19-jährige Tochter zeigen.

Angeklagte schweigen zu Prozessbeginn - Tochter musste aussagen

Die Angeklagten haben sich vor Gericht bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Deshalb musste die 19-jährige Tochter als Zeugin aussagen. Das hätte ihr Vater ihr mit seiner Aussage ersparen können. Sie tritt als Nebenklägerin auf.

Keine Ermittlungen gegen die Mutter

Gegen die Mutter der Schwestern wird nicht ermittelt. Es gebe keinerlei Verdachtsmomente, so der zuständige Staatsanwalt. Das Gericht hat 26 Zeugen geladen und vier Verhandlungstage für den Prozess angesetzt. Das Urteil in diesem Prozess soll Ende September fallen.

Unsere Quellen:

  • Staatsanwaltschaft Siegen
  • Sprecherin Landgericht Siegen
  • Gespräch mit Anwalt der Nebenklage
  • WDR-Reporter/ Reporterin vor Ort
  • Reporterin mit Informationen aus früheren Berichterstattungen

Hinweis der Redaktion vom 26.08.2025, 17:04 Uhr: In einer früheren Version dieses Artikels stand, dass es sich bei dem jetzt Angeklagten auch um den Stiefvater der elfjährigen Schwester handelt, die von diesem schwanger geworden war. Es handelt sich aber um zwei unterschiedliche Männer. Wir haben diesen Fehler korrigiert.

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