Eine verkehrsberuhigte Straßenkreuzung zwischen Geschäften

Meschede: Messerstecherei möglicherweise ein Mordversuch

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Die Messerstecherei von Meschede in der Nacht zum Freitag war möglicherweise der Höhepunkt eines Eifersuchtsdramas. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt wegen versuchten Mordes.

Von Franz Altrogge

Zuerst hatte es nach einem einfachen Streit ausgesehen, der heftig aus dem Ruder lief: am Ende zieht jemand auf offener Straße ein Messer und sticht zu. Drei Männer flüchten und ein lebensgefährlich Verletzter bleibt zurück. Am Tag danach stellt sich ein 19-Jähriger. Er bleibt wegen gefährlicher Körperverletzung in Haft.

Eifersucht als Grund für den Angriff?

Nach den Vernehmungen des dringend Tatverdächtigen und weiterer Zeugen im Umfeld stellt sich allerdings ein mögliches Motiv heraus. Der Verdächtige soll davon ausgegangen sein, das spätere Opfer habe eine Affäre oder sexuellen Kontakt zu seiner Ex-Freundin gehabt.

Ob das wirklich so war, spielt für die Einordnung als Mordversuch keine Rolle. Sie könnte bedeuten, dass der Angriff gezielt stattgefunden hat, dass eine Tötungsabsicht vorlag und das alles aus Eifersucht, also im Gesetzesdeutsch: aus niederen Beweggründen.

Haftbefehl wegen versuchten Mordes

Niedere Bewegründe gelten als sogenanntes Mordmerkmal, also als ein Kriterium, das vor dem Gesetz aus einem Totschlag einen Mord macht, das gleiche gilt für den Versuch. Wenn der jetzige Hauptverdächtige am Ende tatsächlich angeklagt würde, droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Allerdings muss bei einem 19-Jährigen geprüft werden, ob bei ihm bereits die Reife eines Erwachsenen angenommen werden kann, oder ob er nach wesentlich milderem Jugendstrafrecht behandelt wird.

Opfer außer Lebensgefahr

Inzwischen hat sich der Zustand des Opfers wohl stabilisiert, die Ärzte sprechen nicht mehr von akuter Lebensgefahr. Der Mann wurde in ein künstliches Koma versetzt und kann frühestens im Lauf der Woche vernommen werden. Seine Aussage kann die Richtung der Ermittlungen entscheidend beeinflussen.

Es wurde jetzt auch bekannt, dass er mehrere Messerstiche abbekommen hat, darunter einen in den Halsbereich. Auch das kann für den Mordvorwurf wichtig sein.

Weitere Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft

WDR Studios NRW 15.02.2026 00:39 Min. Verfügbar bis 16.02.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Staatsanwaltschaft Arnsberg

Sendung: WDR.de, Meschede: Messerstecherei möglicherweise ein Mordversuch, 15.02.2026, 13:00 Uhr

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