Staatsanwaltschaft durchsucht Rathaus in Bestwig

WDR 02:31 Min. Verfügbar bis 12.06.2028

Nach tödlichem Unfall Staatsanwaltschaft durchsucht Rathaus in Bestwig

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Die Staatsanwaltschaft hat Räume im Rathaus Bestwig durchsucht und Unterlagen sichergestellt. Hintergrund ist ein tödlicher Unfall, der im Dezember in Bestwig passierte – jetzt versucht die Staatsanwaltschaft herauszufinden, wer dafür verantwortlich ist.

Durchsuchungen in Rathäusern sind alles andere als üblich. Doch die Arnsberger Staatsanwaltschaft nahm genau solch eine Durchsuchung in dieser Woche in der Gemeindeverwaltung Bestwig vor, beschlagnahmte Akten und Daten.

"Es war jetzt in diesem konkreten Fall so, dass wir keine anderen Möglichkeiten mehr hatten, um an die Unterlagen der Gemeinde heranzukommen, weil diese eben nicht freiwillig ausgehändigt worden sind", sagt Annika Berg, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Arnsberg.

Rentner-Paar stürzte steiles Ufer hinab - der Mann starb

Mit einem Zaun abgesperrter Abgrund

Unfallstelle

Mitte Dezember vorigen Jahres war ein älteres Ehepaar im Dunkeln auf einem Weg in Bestwig-Nuttlar unterwegs. Doch der asphaltierte Weg endet plötzlich vor einem Kanal, das Ufer fällt steil ab. Die beiden Rentner stürzten hinab.

Der Ehemann stirbt, seine Frau überlebt schwer verletzt. Das plötzliche Ende des Weges war offenbar nicht richtig abgesichert. Wer dafür verantwortlich ist – das versucht die Staatsanwaltschaft herauszufinden.

Staatsanwaltschaft sagt, ihr blieb keine andere Wahl

Doch die Gemeinde Bestwig mauert aus Sicht der Staatsanwaltschaft. "Die Staatsanwaltschaft hat wiederholt seit Dezember vergangenen Jahres die Unterlagen von der Stadt Bestwig erbeten und diese auch noch mal mehrfach aufgefordert, die Unterlagen zur Prüfung einzureichen", sagt Staatsanwältin Annika Berg.

Zuletzt habe es im April dieses Jahres ein Telefonat zwischen dem Rechtsanwalt der Gemeinde und der Staatsanwältin, die das Verfahren führt, gegeben. "Dabei wurde uns deutlich gemacht, dass die Gemeinde Unterlagen nicht herausgeben werde. Deswegen blieb uns keine andere Möglichkeit, als hier die Durchsuchungsmaßnahmen zu ergreifen."

"Aus Sicht der Gemeinde Bestwig wäre diese Durchsuchung sicherlich vermeidbar gewesen." Jörg Fröhling, Sprecher der Gemeinde Bestwig

"Weder durch die Staatsanwaltschaft direkt noch durch unseren Anwalt ist an uns der Wunsch der Staatsanwaltschaft nach Einsicht in Unterlagen, Dokumente, Schriftverkehr herangetragen worden", sagt der Sprecher der Gemeinde Bestwig. "Dies wäre selbstverständlich ohne Weiteres möglich gewesen."

Dass die Staatsanwaltschaft dagegen genau das Gegenteil behauptet, wundert den Gemeindesprecher: "Man wird das selbstverständlich aufarbeiten müssen. Momentan hört sich wirklich alles nach einem Missverständnis an. Nichtsdestotrotz wird man sicherlich mit allen Beteiligten noch einmal sprechen müssen, um zu sehen, was in dieser Situation falsch gelaufen ist."

Unfallstelle ist mittlerweile gesichert

Die Unfallstelle ist mittlerweile gesichert. Direkt nach dem Unfall sei der Weg, der auch von Bahn und Ruhrverband genutzt werde, durch die Gemeinde abgesperrt worden.

Die Staatsanwaltschaft hat jetzt mit der Auswertung der beschlagnahmten Unterlagen begonnen. Das dauere jetzt einige Zeit, hieß es.

Staatsanwaltschaft durchsucht Rathaus in Bestwig

WDR 12.06.2026 00:50 Min. Verfügbar bis 11.06.2028 WDR Online

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Unsere Quellen


  • Staatsanwaltschaft Arnsberg
  • Gemeinde Bestwig

Sendung: WDR 2 Südwestfalen, Lokalzeit, 12.06.2026, 17:30 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit SWF, 12.06.2026, 18:09 Uhr

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