Klage gegen Windpark abgewiesen: Bönkhausener bald ohne Trinkwasser?

02:31 Min. Verfügbar bis 25.08.2027

Klage gegen Windpark abgewiesen: Bönkhausener bald ohne Trinkwasser?

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Weil er um die Sicherheit der Wasserversorgung für sein Dorf fürchtet, hat am Montag ein Anlieger gegen die Genehmigung für zwei Windräder in einem Windpark in Sundern geklagt. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat die Klage abgewiesen.

Das kleine Dörfchen Bönkhausen ist in der Stadt Sundern ein Exot: Die Häuser mit den sieben Haushalten sind allesamt nicht an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen. Ihr Wasser beziehen die Bürger schon seit Jahrzehnten aus einer Quelle im Wald nahe des Dorfes.

Sorge: Quelle könnte durch Bauarbeiten versiegen

Noch ist das so, doch Anwohner Peter Nuttebaum hat Sorgen. "Die Quelle ist direkt unterhalb der Stellfläche für zwei Windräder, und ich fürchte, dass da wegen der Bauarbeiten Verunreinigungen entstehen könnten - oder die Quelle versiegen könnte."

Ein Mann steht vor einem Holztor. Auf einer Wand daneben steht "Trinkwasser-Gewinnungsanlage Bönkhausen"

Peter Nuttebaum an der Trinkwasser-Gewinnungsanlage

Deshalb hat er schon vor Monaten eine Klage beim Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster eingereicht. Er wollte vom Gericht eine Absicherung haben. "Weil, wenn von heute auf morgen das Wasser versiegen sollte, stehen wir natürlich da und können nicht jahrelang prozessieren, um da eine Lösung zu finden."

Klage am Montag abgewiesen

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat die Klage gegen den Windpark bei Sundern am Montag allerdings abgewiesen. Gegen das Urteil kann nicht mehr vorgegangen werden.

Die Windräder baut die Trianel Wind und Solar GmbH. Zurzeit laufen die Tiefbauarbeiten für zunächst 12 Windräder, weitere sind geplant. Ende 2026 soll der Park Strom liefern. Für die Zuwegungen und vor allem die Aufstellflächen wird gerade enorm viel Erde bewegt.

Ein Mann mit gelber Warnjacke steht auf einem Feld

Fabian Stöhr, Projektleiter Windpark Sundern

"Pro Windrad werden rund 1,3 Hektar Fläche benötigt, die wir in Anspruch nehmen", sagt Fabian Stöhr, Projektleiter des Windparks Sundern. Auch für das Windrad Nummer 11, das am nächsten zu der Quelle der Bönkhauser Anwohner steht, wurde die zuvor bergige Landschaft mit Baggern und Raupen zu einer glatten Aufstellfläche modelliert.

Urteil: Gutachten sieht keine Gefährdung

Die Klage von Peter Nuttebaum richtete sich gegen den Hochsauerlandkreis, der die Genehmigung für den Bau der Windräder erteilt hat. Dort wollte man sich im Vorfeld der Gerichtsverhandlung nicht äußern.

Eine große Baustelle im Wald mit Baggern, Muldenkippern und anderen Fahrzeugen

Baustelle Windpark Sundern

Und auch Trianel wollte zu dem Verfahren nicht Stellung nehmen. Allerdings sagte Projektleiter Fabian Stöhr: "Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens wurde ein hydrogeologisches Gutachten erstellt. Und das Gutachten und letzten Endes auch die Behörde sind zu dem Schluss gekommen, dass es keine Gefährdung für den Trinkwasserschutz hier gibt." Auf dieses Gutachten verwies auch das OVG in seinem Urteil am Montag.

Wer würde eine teure Trinkwasserleitung bezahlen?

"Und wenn doch das Wasser aus der Quelle verunreinigt ist oder versiegt - was ist dann", fragt sich Kläger Peter Nuttebaum. "Dann", sagt Sunderns Stadtwerke-Chef Jürgen Schwarberg dem WDR, "dann müssten wir eine Wasserleitung nach Bönkhausen bauen." Die Kosten dafür würde erstmal die Allgemeinheit tragen. Aber ob es dabei bliebe, das wird dann eine spannende Frage.

Bönkhausener bald ohne Trinkwasser? Klage gegen Windpark Sundern

WDR Studios NRW 25.08.2025 00:44 Min. Verfügbar bis 25.08.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • WDR-Reporter im Interview mit Anwohnern
  • Fabian Stöhr, Projektleiter des Windparks Sundern
  • Hochsauerlandkreis
  • Stadtwerke Sundern

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