Deutschlands dunkelstes Funkloch im Sauerland bekommt endlich Netz
Lokalzeit Südwestfalen. 04.08.2025. 02:33 Min.. Verfügbar bis 04.08.2027. WDR. Von Heinz Krischer.
Deutschlands dunkelstes Funkloch im Sauerland bekommt endlich Netz
Stand:
Brenschede bei Sundern bekommt nach Jahren des Kampfes endlich Mobilfunknetz. Doch nicht alle profitieren davon.
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Jetzt mitdiskutierenSieben Jahre ist es her, dass Comedian Lutz van der Horst von der "heute show" in Sundern-Brenschede war - dem, wie er es nannte, "dunkelsten Funkloch Deutschlands". Mit Handys hier zu telefonieren, geht nicht, erst recht nicht, mobil im Internet zu surfen.
Das Dörfchen liegt idyllisch zwischen zwei Sauerländer Bergen – und das ist das Problem: Hierhin Mobilfunk zu bekommen, das funktionierte aufgrund der geografischen Lage bisher nicht. Brenschede ist vom Netz der anderen Masten in der Umgebung abgeschirmt und somit ein "weißer Fleck", also eine Gegend, in der kein einziger Anbieter präsent ist.
Bislang sah auch keine Netzbetreiber einen Anlass, für die rund 60 Bewohner des Ortes extra einen eigenen Mast aufzustellen. Denn so ein Mast kostet gerne mal 150.000 Euro. Das rentiert sich nicht.
Bundesregierung fördert Masten in Regionen wie dem Sauerland
Empfang? Fehlanzeige! Doch jetzt bekommt auch Brenschede im Sauerland endlich Mobilfunkempfang.
Die Bundesregierung will aber diese "weißen Flecken" in der Mobilfunkversorgung nach und nach schließen und fördert daher die Errichtung neuer Masten. Koordiniert wird das Ganze seit 2021 von der Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft. Sie fungiert als Bindeglied zwischen Anbietern wie Telekom, Vodafone und Co. und den Kommunen und überlegt sich Lösungen für bislang unversorgte Gegenden.
"Ziel ist es, dass da Geld reingesteckt wird und dass da irgendwann die ganzen weißen Flecken weg sind. Damit wir 2030 eine hundertprozentige Flächenabdeckung haben, um 5G überall nutzen zu können." Frank Sprenger, Mobilfunkkoordinator des Kreises Lippe
Durch Maßnahmen wie diese sind laut Angaben der Telekom 99 % der Bevölkerung im Landkreis Siegen-Wittgenstein versorgt.
Ministerin nimmt Mobilfunkmast in Betrieb
In Brenschede gibt es jetzt einen neuen Funkmast
Heute Nachmittag aber haben sich NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und Michael Jungwirth von der Vodafone Geschäftsleitung angesagt. Sie wollen den Mobilfunkmast in Betrieb nehmen, der dort jetzt aufgebaut wurde. Dann soll alles besser werden. Zumindest für Vodafone-Kunden.
Denn der Mobilfunkbetreiber hat den Mast aus eigenen Mitteln aufgebaut, und das sei nicht einfach gewesen. Einen mittleren sechsstelligen Betrag habe man in den 54 Meter hohen Mast investiert, teilte ein Sprecher von Vodafone mit.
Erst langfristig wolle man auch anderen Netzanbietern die Möglichkeit bieten, auch ihre Dienste über den Masten anzubieten.
Dieseltank lief im Probebetrieb leer
Noch ist der Mast nicht perfekt, denn es fehlt noch eine Stromleitung. Die muss erst noch gelegt werden. So lange sorgt ein Diesel-Generator für den nötigen Saft. In den vergangenen Tagen lief schon der Probebetrieb. Da, so berichten Anwohner dem WDR, gab's tatsächlich superguten 5G-Empfang.
Bis plötzlich der Diesel-Tank leer war. Da wurde Brenschede wieder zu Deutschlands dunkelstem Funkloch…
Unsere Quellen:
- NRW Wirtschaftsministerium
- Vodafone
- Gespräche des WDR-Reporters in Brenschede

1 Kommentar
Kommentar 1: Wolfgang Hengesbach schreibt am 05.08.2025, 01:00 Uhr :
Wenn es nach rein privatwirtschaftlichen Argumenten geht, sind solche Ortslagen wie Brenschede oder Röhrenspring mit insgesamt vielleicht 120 Einwohnern natürlich unwirtschaftlich. Wenn es aber nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten geht, dann haben wir in den großen Städten eine totale Überversorgung, weil dort auf eine Funkzelle allein vielleicht 10.000 Kunden kommen. Da läßt sich für die Mobilfunk-Unternehmen richtig Kohle machen. Aber geht es nur um Kohle, oder soll ein flächendeckendes Netz aufgebaut werden mit allen Möglichkeiten? Also z.B. Notrufmöglichkeiten auch im Wald, Koordination von Waldarbeit mit Fuhrunternehmen im Einsatz, Notrufmöglichkeit bei Auto- und Kradunfällen. Alles das ist schon passiert und immer wurde ein "reitender Bote" zum nächsten Festnetzanschluss benötigt, damit irgendwann dann mal Hilfe nahte. Die mobilfunktechnisch flächendeckende Versorgung muß in dieser Gesellschaft Pflicht sein. Auch wenn sich hier eine Kostendeckung nur langfristig bietet