UGG stoppt Glasfaserprojekte : Kein schnelles Netz in Südwestfalen?
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"Unsere Grüne Glasfaser" (UGG) ändert seine Pläne im Glasfaserausbau in Südwestfalen. Aus Lüdenscheid und Lippstadt zieht sich der Anbieter offenbar komplett zurück, aber auch in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde stehen einige Projekte auf dem Spiel.
Bis zu 15.000 Adressen in Lüdenscheid wollte "Unsere Grüne Glasfaser" (UGG) mit schnellem Internet versorgen. Das habe der Anbieter im August 2023 angekündigt. Doch laut dem städtischen Bauservice seien bisher nur rund 880 Glasfaseranschlüsse angeschlossen.
Enttäuschung in Lüdenscheid
Der Lüdenscheider Bürgermeister Sebastian Wagemeyer ist enttäuscht. Er hatte sich darauf verlassen, dass der Glasfaserausbau durch UGG wie abgemacht über die Bühne geht. Doch Wagemeyer richtet seinen Blick nach vorn:
"Resignation bringt uns nicht weiter. Wir versuchen jetzt, neue Perspektiven zu entwickeln und sind im Austausch mit dem Märkischen Kreis." Sebastian Wagemeyer (SPD), Bürgermeister Lüdenscheid
Planänderung in Lippstadt
Auch in Lippstadt wollte UGG den Glasfaserausbau vorantreiben. In weiten Teilen der Stadt - in Bad Waldliesborn, Lipperbruch, Lipperode, Cappel, Lippstadt-Nord und -Süd - erschloss UGG mögliche Ausbaugebiete. Im Jahr 2023 informierte das Unternehmen die Anwohner über ihre Möglichkeiten zum Glasfaseranschluss.
Doch "aufgrund zeitlicher Verzögerungen" werde der Ausbau in Lippstadt-Süd gestoppt. Dort springt die Telekom jetzt ein und bietet den Glasfaseranschluss für knapp 10.000 private Haushalte an. Die Telekom informiert voraussichtlich zwischen April und September über die Anschlussmöglichkeiten in Lippstadt-Süd.
Unklarheit im Märkischen Kreis
In Altena und Nachrodt-Wiblingwerde hat UGG ebenfalls angekündigt, dass die Glasfaserprojekte "angepasst" werden müssen. Dabei äußerte sich das Unternehmen nicht dazu, welche Projekte gar nicht weitergeführt werden.
Rückzug aus Menden und Iserlohn
In Menden werde der Glasfaserausbau "weitgehend eingestellt", so ein Pressesprecher der Stadt. UGG habe die Kooperationsvereinbarung einseitig gekündigt. Einfluss habe die Stadt Menden darauf nicht, da es sich nicht um einen Vertrag handelt. "Die Stadt Menden ist daher enttäuscht über das Vorgehen der UGG", so der Pressesprecher.
In Iserlohn werde UGG nur die Projekte im östlichen Stadtgebiet abschließen. Wie genau das Unternehmen seine Projekte in Hemer und Halver ändert, darüber gibt es keine Informationen.
Im Märkischen Kreis suchen die Koordinatoren für digitale Infrastruktur gemeinsam mit den betroffenen Kommunen nach Lösungen.
"Wir lassen die betroffenen Kommunen mit der Situation nicht allein." Matthias Pohl, Koordinator
In diesem und nächsten Jahr konzentriere sich UGG "auf die am schnellsten zu realisierenden Glasfaserprojekte. Ziel ist es, in kurzer Zeit möglichst viele Haushalte an das bestehende UGG-Netz anzuschließen". Die betroffenen Kunden müssten "nichts tun, zu den Vereinbarungen mit den Internetanbietern auf dem UGG-Netz informieren die Internetdienstanbieter in Kürze selbst."
Wirtschaftslage als Begründung
Grund dafür, dass UGG Projekte stoppt oder anpasst, seien die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. "So etwa die Kapazitäten und Kosten der Baupartner, steigende Material-/ Energiekosten sowie Inflation und die Aktivitäten des Wettbewerbs vor Ort", so das Unternehmen.
Unsere Quellen:
- Pressestelle von UGG
- Pressestelle vom Märkischen Kreis
- Pressemitteilung der Stadt Altena
- Pressemitteilung der Stadt Lüdenscheid
- Pressemitteilung der Stadt Lippstadt
Sendung: WDR.de, Kein schnelles Netz in Südwestfalen? Anbieter UGG ändert Glasfaserplan, 13.04.2026, 05.58 Uhr