WDR trifft Polizei: Polizisten zu Gast im WDR Studio Dortmund

Lokalzeit aus Duisburg 07.11.2025 02:37 Min. Verfügbar bis 07.11.2027 WDR Von Nicole Werner

WDR trifft Polizei: Polizisten zu Gast im WDR Studio Dortmund

Stand:

Mehr als 40 Polizistinnen und Polizisten aus dem Ruhrgebiet haben heute mit Vertretern des WDR diskutiert. Thema war unter anderem der WDR-Podcast über Mouhamed Dramé.

Von Daniel Schmitz

Der WDR-Podcast über Mouhamed Dramé war eines der viel diskutierten Themen beim Treffen in Dortmund. Der junge Senegalese war 2022 bei einem Einsatz in der Dortmunder Nordstadt von einem Polizisten erschossen worden. An den Stehtischen trafen unterschiedliche Meinungen aufeinander, wie gut die Aufbereitung des Falls gelungen ist.

Pressesprecher Torsten Sziesze im Gespräch beim Dialogformat im Fernsehstudio der Lokalzeit aus Dortmund

Torsten Sziesze leitet die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Polizei Dortmund.

"Wir haben lange darüber nachgedacht, ob wir als Polizei dazu im Podcast Stellung nehmen sollen", erklärt Torsten Sziesze, Pressesprecher der Dortmunder Polizei. "Am Ende sind wir froh, dass wir es gemacht haben." Genauso wie einige andere Kollegen lobt er den Podcast. Sie finden wichtig, dass darin auch die Polizei ausführlich zu Wort kommt und sich Hörerinnen und Hörer so eine eigene Meinung bilden können.

Beim Dialog im Dortmunder Lokalzeit-Studio ging es vor allem darum, sich mit den Polizistinnen und Polizisten auszutauschen. Was gefällt ihnen am WDR-Programm und was nicht? Welche Themen oder Aspekte fallen zu oft unter den Tisch?

Der Mensch hinter der Uniform

Claudia Voß leitet eine Polizeiwache im Kreis Recklinghausen. Sie wünscht sich, dass der WDR in seiner Berichterstattung noch mehr herausstellt, dass hinter jeder Uniform auch ein Mensch steckt. "Eines meiner Familienmitglieder war am Einsatz im Hambacher Forst beteiligt und hat mir sehr persönlich berichtet, dass es dort mit Kot beworfen worden ist", berichtet Voß. Das sei in höchstem Maße "unangenehm und widerlich" gewesen.

Polizistin Claudia Voß im Gespräch mit einer WDR-Journalistin und anderen Polizeivertreterinnen im Fernsehstudio

Claudia Voß ist die Leiterin der Polizeiwache in Marl.

Wie sehr Beamte solche Vorfälle bewegen, komme in der Berichterstattung aber oft zu kurz. Ihre Kollegin Anja Valentin macht sich zunehmend Sorgen darüber, dass Themen in den sozialen Medien verkürzt dargestellt werden. "Das kann dazu führen, dass die Nutzer einen Sachverhalt ganz anders wahrnehmen, als er sich in Wirklichkeit darstellt", sagt Valentin. So etwas könne bei kurzen Videoschnipseln auf TikTok schnell passieren.

"Für uns ist es wichtig, Resonanz zu bekommen"

An verschiedenen Stehtischen im Fernsehstudio diskutieren Vertreter von Polizei und WDR

Mehr als 40 Polizistinnen und Polizisten waren beim Dialog im Studio Dortmund dabei.

Genau diese Rückmeldungen brauche der WDR, findet Gabi Ludwig, die Chefredakteurin der Landesprogramme: "Für uns ist es wichtig, Resonanz zu bekommen. Was können wir lernen? Welche Klischees können wir künftig vermeiden? Es ist sehr interessant zu erfahren, wie Menschen aus verschiedenen Berufsgruppen auf uns gucken." In den vergangenen Monaten hatte der WDR bereits Dialoge mit Rettungskräften und Landwirten organisiert.

Einig waren sich die Vertreter von Polizei und WDR darüber, dass sie respektvoll und auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Der Dialog im WDR Studio Dortmund habe "das Verständnis füreinander" gestärkt, findet der Sprecher der Hammer Polizei.

Quelle:

  • WDR-Reporter vor Ort

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