Der Verband der Feuerwehren in NRW e.V., der Deutsche Berufsverband Rettungsdienst e.V., HBK NRW, DLRG, ASB, DRK, Johanniter, THW, Malteser und die Feuerwehren aus Köln, Bochum und dem Rhein-Erft-Kreis – rund 50 Rettungskräfte aus NRW waren zu Gast beim WDR, um sich mit Programmmacher:innen über ihre Erfahrungen und Erwartungen zu "ihren" Themen auszutauschen. Die Einladung des WDR bot damit neben einem Blick hinter die Kulissen vor allem die Gelegenheit, direkt ins Gespräch zu kommen. Die Themen waren breit gestreut, von den Herausforderungen im Rettungsalltag über die Belastungen im Ehrenamt bis hin zur konkreten Berichterstattung über Notfalleinsätze.
Zum Auftakt erhielten die Gäste einen Einblick in die Redaktionen von 1LIVE, der „Lokalzeit aus Köln“ und dem zentralen WDR-Newsroom. Dabei konnten sie erleben, wie Sendungen entstehen, wie ein Studio funktioniert und wie vielfältig die technische und redaktionelle Arbeit beim WDR ist. Für viele war das ein spannender Perspektivwechsel, der ihnen die Komplexität medialer Arbeit vor Augen führte.
Rettungskräfte im Austausch mit den WDR-Programmmacher:innen
Im Zentrum des Treffens stand jedoch der persönliche Austausch. Mit dabei waren Jörg Schönenborn (Programmdirektor IFU ), Gabi Ludwig (Chefredakteurin Landesprogramme), Stefan Brandenburg (Programmbereichsleiter Newsroom/Aktuelles), Thomas Reinke (Redaktionsleiter Studio Köln), die Lokalzeit-Redakteure Rachel Patt und Frank Gerhardt (Studio Köln) und Angelika Becker (Studio Bonn) sowie die 1LIVE-Redakteure Benjamin Meyer und Dennis Isberg. Auch die Redakteurin der thematisch passenden Dokutainment-Reihe "Feuer & Flamme", Silke Schnee, war mit von der Partie.
Gabi Ludwig, Chefredakteurin der Landesprogramme, im Gespräch mit Rettungskräften.
In kleinen Gesprächsrunden diskutierten die Rettungskräfte mit den Programmverantwortlichen über Themen, die sie bewegen. Dabei ging es unter anderem um die Darstellung ihrer Einsätze in den Medien, die Bedeutung des Ehrenamts im Rettungswesen sowie den Wunsch nach mehr Sichtbarkeit für ihre "Schwarzbrot-Arbeit", also den Alltag und die Professionalität jenseits solch spektakulärer Einsätze wie zum Beispiel die von Rettungshubschraubern, die gerade einmal etwa ein Prozent ihrer Arbeit ausmachten – für Rettungskräfte sei Medien-Training Standard, im Gegenzug wurde den WDR-Journalist:innen ein Blaulicht-Training ans Herz gelegt.
Der Dialog verdeutlichte einmal mehr, wie viel Potenzial im direkten Gespräch liegt. Viele der anwesenden Einsatzkräfte betonten, dass sie sich oft nicht zutreffend dargestellt fühlten. Gleichzeitig gab es aber viel Lob für die eher sachliche Berichterstattung und Arbeitsweise des WDR, die sich angenehm von sensationsgetriebenen Formaten vor allem privater Anbieter abhebe.
Jörg Schönenborn, Programmdirektor IFU, betonte die Wichtigkeit dieses Termins.
Für die Vertreter:inenn des WDR bot das Treffen viele wertvolle Erkenntnisse. Jörg Schönenborn betonte, wie wichtig dieser Termin sei, weil Rettungskräfte oft Protagonisten und Quellen für Informationen gleichermaßen seien: "Ich habe heute gelernt, dass Wertschätzung manchmal an Worten und Sätzen hängt. Zum Beispiel ist das Wort "Hilfsdienste" etwas, wo hochqualifizierte Menschen sagen: 'Sind wir Hilfsdienste, haben wir nicht richtig was gelernt?', und dass ganz viele Ehrenamtliche im Einsatz sind. Bei Bombenevakuierungen zum Beispiel, wo wir in der Berichterstattung vor allem auf die Hauptamtlichen gucken."
Pressesprecher Frank Zantis des DLRG Landesverband Nordrhein fast die Gesprächergebnisse seines Dialogtisches zusammen.
Zum Abschluss des Treffens waren die Rückmeldungen der Gäste durchweg positiv und es stand der Wunsch im Raum, den begonnenen Dialog fortzusetzen. Die Gruppe Dialog im Publikumsservice, die verantwortlich für die Konzeption, Organisation und Durchführung dieses Dialogangebots war, und die Programmmacher:innen nehmen den Wunsch der Rettungskräfte mit, den gegenseitigen Austausch auch in Zukunft weiter zu vertiefen.