Lebenslang nach Feuerdrama in Essen für Machetenangreifer
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Im Prozess um ein Feuerdrama in zwei Essener Mehrfamilienhäusern ist der Täter heute zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Essen verurteilte den 42-Palästinenser wegen versuchten Mordes in 32 Fällen und vieler weiterer Delikte.
Der Fall ging bundesweit durch die Medien. Am 28. September 2024 hat der heute Verurteilte in Essen in zwei Mehrfamilienhäusern Benzin und Gas angezündet. In einem Haus breitete sich das Feuer im Treppenhaus rasend schnell aus.
Die Bewohner waren eingeschlossen, es kam zu dramatischen Rettungsaktionen. Über eilig herbeigeholte Leitern brachten Anwohner Betroffene, darunter auch Kinder, durch offene Fenster in Sicherheit.
Richter lobt Helfer
Ausdrücklich lobte der Richter den Einsatz vieler Helfer, "die ihr Herz in die Hand genommen, heldenhaft gehandelt und dadurch Todesopfer vermieden haben." Ein Mann sei dreimal durch das verrauchte Treppenhaus gerannt, um aus dem oberen Stockwerk Kinder zu retten - "unter Einsatz des eigenen Lebens".
Er musste danach mit einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Am Ende wurden 23 Menschen verletzt, darunter zahlreiche Kinder. Am schlimmsten traf es ein zweijähriges Kind, das in akuter Lebensgefahr schwebte.
Attacken auf Geschäfte
Nach den Brandstiftungen machte der Täter weiter. Mit seinem Transporter fuhr er zu einem Gemüseladen und versuchte, das Geschäft mit einer Gasflasche in Brand zu setzen. Nicht weit entfernt fuhr er dann mit voller Wucht in die Frontscheibe eines anderen Geschäfts.
Zwischenzeitlich bedrohte er Menschen mit einer Machete. Schließlich konnte er von Nachbarn in Schach gehalten und von der Polizei überwältigt werden.
Richter: "Monatelang angekündigte Amokfahrt"
Der Prozess gegen den Mann wurde von einer Frage bestimmt, sagte der Richter am Mittwoch: "Wer ist zu solch einer Tat fähig?" Und er stellte klar: Der Täter sei nicht psychisch krank, sondern für seine Verbrechen voll verantwortlich: "Es ist eine wahnsinnige Tat, aber nicht die Tat eines Wahnsinnigen", so der Richter.
Es sei eine in privaten Kreisen schon monatelang vorher angekündigte Amokfahrt gewesen "mit letztlich sehr glücklichem Ausgang bei aller Dramatik. Es ist ein kleines Wunder, dass niemand zu Tode gekommen ist."
Frau und Kinder verschwunden
Hintergrund diese Amokfahrt war offenbar eine gescheiterte Ehe. Die Frau des Täters war Anfang 2024 mit den gemeinsamen Kindern aus der Wohnung ausgezogen und danach verschwunden.
Er vermutete sie bei einer anderen arabischen Familie, bekam auch entsprechende Hinweise, aber er fand sie nicht mehr. Und auch zu seinen Kindern bekam er keinen Kontakt mehr, trotz intensiver Suche.
"Er ist an diesem Tag explodiert"
Nach und nach geriet er in wachsenden Streit mit Personen, die aus seiner Sicht etwas mit dem Verschwinden seiner Kinder zu tun hatten. Und dann, am Tattag, "ist er explodiert", so der Richter. Es habe sich alles entladen, "was sich an Wut und Hass aufgestaut hat."
Und dabei sei es dem Täter völlig egal gewesen, dass in den Häusern, in denen er einzelne Menschen umbringen wollte, auch viele andere lebten. Auch wenn zum Glück niemand ums Leben kam, sei die einzig richtige Strafe dafür lebenslange Haft.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter vor Ort
- Landgericht Essen
Sendung: WDR 2 Ruhrgebiet, Lokalzeit, 10.12.2025, 16.31 Uhr