Von dem Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr ist Joyce Montagmorgen überrascht worden. Sie sitzt an der Haltestelle am Hauptbahnhof in Oberhausen und blickt auf ihr Handy. "Ich habe nichts mitbekommen und in der Stoag-App steht auch nichts", sagt die Tagesmutter. Sie weiß noch nicht genau wie sie jetzt zur Arbeit kommt, "zur Not mit Uber".
Trotzdem hat Joyce Verständnis für den Streik. "Klar, man muss sich in die Menschen hinein versetzen", jeder dürfe ja für seine Rechte kämpfen. Aber alles nur begrenzt: "Solange es nur einen Tag dauert, ist es okay", findet Joyce.
"Irgendwas wird schon kommen"
Die meisten an den Haltestellen am Oberhausener Hauptbahnhof müssen zur Arbeit oder in die Schule. So richtig weiß Tom noch nicht wie er zu seiner Schule in Oberhausen-Osterfeld kommt, aber er bleibt gelassen: "Irgendwas wird schon kommen", damit er pünktlich da ist.
Favour, die auch zur Schule muss, ist etwas genervt. Ihre Straßenbahn nach Mülheim fährt gar nicht. Und auch in der App findet sie keinen Hinweis. Erstmal müsse sie sich jetzt informieren, wie sie noch rechtzeitig zur Schule kommen kann.
Ersatzbusse in Oberhausen eingesetzt
Bus statt Straßenbahn: Die Auswirkungen des Warnstreiks sind groß
Viele an den Haltestellen am Hauptbahnhof in Oberhausen sehen fragend auf die Anzeigetafel. "Ganztägiger Streik am 02.02.2026" steht dort. Und als Info für die Fahrgäste: "Es verkehrt ein SEV 112", ein Ersatzbus für die Straßenbahn und andere Buslinien. Wenn er kommt, ist die Haltestelle leer gefegt, die meisten steigen ein. Die Linie fährt bis Dienstagnacht 3:00 Uhr. Auch für andere Linien gibt es einen Ersatzfahrplan.
Die Fahrer sind heute vor allem von Subunternehmen. Einer sagt, "Ich fahre für Urban, nicht für die Stoag". Damit fährt er für ein Privatunternehmen, gehört nicht zum Öffentlichen Dienst. Die Gewerkschaft Verdi hat heute zu den Streiks aufgerufen, sie fordert zum Beispiel weniger Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich.
Unsere Quellen:
- Fahrgäste am Oberhausener Hauptbahnhof
- Stadtwerke Oberhausen
- Gewerkschaft Ver.di
Sendung: WDR 2 Rhein-Ruhr, Lokalzeit, 02.02.2026, 07:31 Uhr
Sendung: WDR.de, "Zur Not mit Uber"- Fahrgäste in Oberhausen nehmen Streik im ÖPNV gelassen, 02.02.2026, 10:22 Uhr