Um möglichen Sanktionen der US-Regierung unter Präsident Donald Trump aus dem Weg zu gehen, soll statt der Programme des amerikanischen Konzerns das Software-Paket OpenDesk des Bochumer Anbieters ZenDIS zum Einsatz kommen.
Anbieter aus Bochum soll digitale Souveränität stärken
Die ZenDiS GmbH ist ein vom Bund gegründetes Unternehmen, das als zentrale Drehscheibe für digitale Souveränität im öffentlichen Sektor dienen soll. Es wurde mit dem Ziel gegründet, die Behörden in Deutschland unabhängiger von amerikanischen Großkonzernen zu machen.
OpenDesk ist eine modular aufgebaute, Open-Source-basierte Arbeitsplattform, die sämtliche Anwendungen für digitale Büroarbeit und Kollaboration unter einer Oberfläche bündelt.
Nun haben die Bochumer mit dem Internationalen Strafgerichtshof einen ersten prominenten neuen Kunden im Ausland gewonnen. Das "Handelsblatt" berichtete zuerst über den Auftrag. Mithilfe der deutschen Firma will sich nun auch der Strafgerichtshof in Den Haag unabhängiger von den Amerikanern machen.
Internationaler Strafgerichtshof ersetzt Microsoft durch deutsche IT
WDR Studios NRW. 30.10.2025. 00:51 Min.. Verfügbar bis 30.10.2027. WDR Online.
Anbieterwechsel nach US-Sanktionen wegen Haftbefehl gegen Netanjahu
Für den Anbieterwechsel gibt es einen konkreten Anlass: Der Internationale Strafgerichtshof hatte wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen im Gaza-Krieg einen Haftbefehl gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu ausgestellt.
Daraufhin verhängte die US-Regierung Sanktionen. Der Chefankläger Karim Khan konnte zeitweise nicht mehr auf seine E-Mails zugreifen. Es gab Befürchtungen, dass Informationen in den Microsoft-Systemen nicht sicher sind.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
- ARD-Korrespondentin Sabrina Fritz
- tagesschau.de