Missbrauch in Sportvereinen: Landessportbund stellt Schutzkonzept vor
01:41 Min.. Verfügbar bis 02.10.2027.
Beim sogenannten Schutzkonzept-Generator handelt es sich um ein Werkzeug, mit dem sexuelle Übergriffe im Vereinssport von vornherein verhindert werden sollen. Zunächst sollen ihn 600 Vereine ausprobieren. Die können mit dem neuen Tool zum Beispiel ermitteln, wo Gefahrensituationen oder Gefahrenstellen in ihrem Sportverein existieren, und diese dann ausschalten.
Lara ter Veer vom Landessportpunkt NRW erklärt, dass es auch darum geht, zu akzeptieren, dass es überall zu sexueller Gewalt kommen kann. Also auch im eigenen Sportverein: "Wenn man den Schutzgenerator durchgeht, dann kann man daraus ein Schutzkonzept generieren. Die weitere Aufgabe ist dann, das Ganze in den Verein reinzutragen."
Schutzkonzept-Generator ist einfach aufgebaut
Der Schutzkonzept-Generator ist wie ein Fragenkatalog aufgebaut. Dadurch wird er für jeden Verein passend. Er ist das Grundgerüst mit Leitlinien, Mindeststandards und Tipps. Dazu gehört unter anderem, dass ein Trainer keine Einzelfahrt mit nur einem Kind machen soll.
Teilweise funktioniert die Anwendung ganz simpel. Auf einem Wimmelbild kann zum Beispiel jedes Vereinsmitglied selbst erkennen, wo es sexuelle Übergriffe geben könnte. Es kann etwa bei Trainingshilfestellungen oder in Umkleidekabinen passieren.
Ziele des Schutzkonzepts: Sensibilisierung und Abschreckung
"Das soll auch Täter abschrecken, weil sie merken, die Vereine gucken genau, was mit den Kindern gemacht wird", sagt Gitta Axmann vom Landessportbund NRW. "Wenn es komisch wird, wissen die Leute, dass es interne und externe Ansprechpersonen gibt, an die ich mich wenden kann."
Im Endeffekt soll gute Prävention also auch helfen, sexuelle Übergriffe zu verhindern. Und wenn das neue Tool in der Erprobungsphase gut funktioniert, ist es das Ziel des Landessportbundes NRW, es bundesweit in allen 86.000 Sportvereinen einzusetzen. Damit in Zukunft der Vereinssport gewaltfreier und sicherer wird.
Unsere Quellen:
- Lara ter Veer, Landessportbund NRW
- Gitta Axmann, Landessportbund NRW
- WDR-Reporterin vor Ort