Vor Start neu gewählter Räte: Proteste gegen die AfD in Kamen

Lokalzeit aus Dortmund 04.11.2025 01:40 Min. Verfügbar bis 04.11.2027 WDR Von Christof Voigt

Vor Start neu gewählter Räte: Proteste gegen die AfD in Kamen

Stand:

Im ganzen Land starten die neu gewählten Räte, treten neue oder wiedergewählte Bürgermeister die neue Wahlperiode an. In vielen Städten rufen Gruppen, Initiativen und Parteien deswegen zu Protesten gegen die AfD auf.

Von Christof Voigt

In Kamen konnte die AfD bei der vergangenen Kommunalwahl um satte 14,0 Prozentpunkte auf jetzt 16,7 Prozent zulegen, eines der besten Ergebnisse für die Partei im gesamten Kreis Unna. Gleichzeitig haben Die Grünen hier am stärksten verloren (-9,8 Prozentpunkte), liegen jetzt nur noch bei 8,4 Prozent.

Auch für Annette Schmidt, Sprecherin des Ortsverbands Kamen von Bündnis 90/Die Grünen, eine herbe Niederlage. Eine Zusammenarbeit mit der AfD im neuen Rat der Stadt schließt sie aus: "Ich hoffe auf einen Schulterschluss der demokratischen Parteien", sagte sie dem WDR. Deswegen beteiligen sich Die Grünen auch an einer Kundgebung gegen die AfD heute vor der ersten Ratssitzung der neuen Wahlperiode.

Erste Proteste heute in Kamen

Zu der Kundgebung ruft die Gruppe "BürgerInnen gegen Rechts – Kamen und Bergkamen" ab 16:30 Uhr vor dem Kamener Rathaus auf. Die AfD verbreite Hass und Rassismus, mit so einer Partei dürfe es keine Zusammenarbeit geben, sagt Udo, ein Mitglied der "BürgerInnen gegen Rechts" im WDR-Interview. Er erwarte, dass die AfD in den Rathäusern ausgegrenzt werde.

"Faschisten sind Faschisten, auch wenn sie demokratisch gewählt werden." Udo, "BürgerInnen gegen Rechts - Kamen und Bergkamen"
Ein Plakat von der Intitiative "BürgerInnen gegen Rechts".

Im Aufruf der Gruppe heißt es, die Kundgebung solle nicht nur Protest ausdrücken, sondern auch Mut machen: "Mut, sich einzumischen, Haltung zu zeigen und unsere Demokratie im Alltag zu verteidigen." Die Gruppe fordert von der Lokalpolitik mehr Bürgerbeteiligung an politischen Entscheidungen. Etwa, wenn es um "die Gestaltung von Spielplätzen oder den Ausbau von Begegnungsstätten für Jugendliche" gehe, so Udo.

Proteste auch vor Ratssitzungen in Bergkamen und Hattingen   

Ähnliche Aufrufe gegen die AfD zu demonstrieren, gibt es in dieser Woche auch in Bergkamen (06.11.2025, 16:30 Uhr) oder Hattingen (06.11.2025, 15:00 Uhr). Das Bündnis "Hattingen für Vielfalt und Demokratie" schreibt in seinem Aufruf: "Wir erinnern uns, dass Hattingen in der NS-Zeit eine Hochburg der Nationalsozialisten war. Adolf Hitler war mehrmals zu Besuch, auch Goebbels war in unserer Stadt." Mit einer Mahnwache wolle man ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und für eine "gerechte, demokratische Gesellschaft" setzen.

In Schwerte schließen alle Parteien Zusammenarbeit aus

Das "Bündnis Schwerte gegen Rechts" ruft anlässlich der ersten Sitzung des Schwerter Stadtrates zum Protest gegen die AfD am Mittwoch (05.11.2025, 16:00 Uhr) auf. Im Rahmen der Kundgebung soll auch die zweite Auflage der "Schwerter Erklärung gegen Rechtsradikalismus, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" verlesen werden. Darin heißt es unter anderem: "Mit uns wird es auch zukünftig keine Zusammenarbeit mit dieser Partei (AfD, Anmer. d. Red.) geben."

"Wir dulden kein rassistisches und menschenfeindliches Gedankengut im Schwerter Stadtrat und werden uns diesem jederzeit widersetzen." "Schwerter Erklärung gegen Rechtsradikalismus, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit"

Unterzeichner dieser Erklärung sind neben dem "Bündnis Schwerte gegen Rechts" auch die FDP, die CDU, die SPD, Bündnis90/Die Grünen, Die Linke und die Wählervereinigung Schwerte. Also alle Parteien die, neben der AfD, im neu gewählten Schwerter Rat sitzen.

Unsere Quellen:

  • Reporter vor Ort
  • Interview Udo, Mitglied "BürgerInnen gegen Rechts – Kamen und Bergkamen"
  • 2. Auflage der "Schwerter Erklärung gegen Rechtsradikalismus, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit"
  • Aufruf "Bündnis Schwerte gegen Rechts"
  • Aufruf "BürgerInnen gegen Rechts – Kamen und Bergkamen"
  • Aufruf "Hattingen für Vielfalt und Demokratie"

Über dieses Thema berichten wir am 4.11.2025 auch im WDR-Fernsehen in der Lokalzeit aus Dortmund ab 19.30 Uhr.

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