Die Steag-Fläche in Lünen
Hunderte Jobs in neuem Lüner Logistikzentrum geplant
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Eine bekannte deutsche Einzelhandelskette will in Lünen nach WDR-Informationen ein Logistik-Zentrum mit bis zu 1.500 neuen Arbeitsplätzen bauen - und zwar auf dem Brachgelände des früheren Steag-Kraftwerks. Politik und Verwaltung sehen das Projekt positiv.
Es wäre die größte Firmenansiedlung in Lünen seit Jahren. Die Handelskette, deren Namen vorerst nicht genannt werden soll, plant auf einem Areal von 15 Hektar sowohl ein Warenverteilzentrum als auch ein Zentrallager. Der erste Bauabschnitt soll 2028 in Betrieb gehen und dann schrittweise ausgebaut werden.
Jahrelanger Stillstand auf Kraftwerksgelände
Vor mehr als acht Jahren wurde das Steag-Kohlekraftwerk stillgelegt. Flächenentwickler Hagedorn sprengte die Gebäude spektakulär und sanierte die beiden Teilflächen nördlich und südlich der Moltkestraße.
Doch danach passierte lange Zeit nichts. Das lag vor allem am Widerstand der Kommunalpolitiker in Lünen. Die wollten weder Großansiedlungen und schon gar keine Logistikbetriebe haben - und blockierten dadurch den Bebauungsplan in diesem Sinne.
Logistik ist nicht gleich Logistik
Eine fruchtlose Hängepartie für die Vermarkter der Fläche. Gut ein Dutzend Interessenten habe er schon für die Fläche gehabt, versichert Axel Köster vom Gütersloher Entwickler Hagedorn, der die Fläche von Steag erwarb. Doch angesichts der endlosen Debatten in den politischen Gremien sprangen alle wieder ab.
Die Ablehnung von Logistikern erschwerten ihm den Job zusätzlich. Das sei aber nicht mehr zeitgemäß, findet Köster. "Moderne Logistikzenten haben eine aufwändige Technik und bieten qualifizierte Arbeitsplätze."
Investor überzeugt Politiker
Mit dem Amtsantritt der neuen SPD-Bürgermeisterin Martina Förster-Teutenberg scheint sich das Blatt zu wenden. Nach WDR-Informationen sollen die Firmen-Vertreter die Stadtspitze und die politischen Fraktionen mit ihrem Konzept überzeugt haben.
Zum Beispiel mit der Tatsache, dass die Firma auch ihre Lagerkräfte nach dem besseren Einzelhandelstarif bezahlt. Amazon lehnt das seit Jahren ab.
Gremien sollen zügig entscheiden
Viele neue Arbeitsplätze gerade für Arbeitslose ohne Ausbildung sind ein starkes Argument. Noch im Februar wird der Stadtentwicklungsausschuss in nicht-öffentlicher Sitzung beraten, denn der Bebauungsplan müsste wieder geändert werden zugunsten des Investors.
Wenn alles zügig geht, könnte er in der zweiten Jahreshälfte verabschiedet werden und die Bauarbeiten beginnen.
Unsere Quellen:
- Stadt Lünen
- Firma Hagedorn
- WDR-Recherchen
Sendung: WDR 2 Ruhrgebiet, Lokalzeit, 11.02.2026, 9.31 Uhr