Erfolgreich gegen Leerstand in den Innenstädten
Lokalzeit aus Dortmund. 16.06.2025. 02:17 Min.. Verfügbar bis 16.06.2027. WDR. Von Sonja Gerhardt.
Jahrelang war das leerstehende Ladenlokal in der Hammer Nordstraße ein Schandfleck. Verschmutzte Fenster, ein trostloser Innenraum. Ein Computerladen hatte es dort noch versucht, davor ein Weinhandel. Inzwischen stehen Gemälde auf Staffeleien im Fenster, eine kleine Leuchtreklame, eine gemütliche Sitzecke.
Künstlerin hätte sich ohne Förderung nicht getraut
Tine Täger steht drinnen an einer Staffelei und malt. Die Hammer Künstlerin hat vor einem halben Jahr hier ihr Atelier eröffnet und sich damit einen Traum erfüllt. "Ich hätte mich das nicht getraut, wenn die Stadt mir nicht dieses tolle Angebot gemacht hätte, das mir erlaubt nur so wenig Miete zahlen zu müssen", strahlt sie.
Nur 20 Prozent der früheren Miete
20 Prozent der früheren Miete zahlt die Künstlerin nur. Ihre Vermieterin verzichtet auf 30 Prozent. Den Rest übernimmt die Stadt Hamm. Und die bekommt das Geld vom Land erstattet. "Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren in NRW" heißt der Fonds, den das Ministerium für Kommunales und Bauen aufgelegt hat. Gefüllt mit 100 Millionen Euro.
Existenzgründer füllen Leerstand erfolgreich
"Wir sehen erste Erfolge und setzen hier in Hamm vor allem auf Existenzgründer aus dem Kultur- und Gastrobereich", erklärt Barbara Conrad vom Stadtplanungsamt Hamm. Neben dem Atelier von Tine Täger hat gerade in einem leerstehenden früheren Restaurant ein Biersommelier eine neue Kneipe eröffnet. Außerdem sind eine Theaterwerkstatt und ein Vinylcafé in leeren Ladenlokalen in der City entstanden.
Förderung läuft für die ersten zwei Jahre
Auch andere Städte, wie z.B. Dortmund, melden erste Erfolge durch das Förderprogramm. Die finanzielle Unterstützung endet nach zwei Jahren. Dann müssen die Existenzgründer die volle Miete selbst bestreiten.
Neuer kultureller Treffpunkt in der Hammer Innenstadt
Künstlerin Tine Träger ist zuversichtlich, dass das klappt. "Ich biete inzwischen Malkurse, aber auch Musikabende und Lesungen an. Das wird sehr gut angenommen", so Täger. "Viele Hammer sagen mir, sie freuen sich, dass dieser Ort wieder ein lebendiger Treffpunkt geworden ist".
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit Tine Täger
- Stadtplanungsamt Hamm