Es ist die Frage aller Fragen der heutigen Zeit: Wie gehe ich verantwortungsvoll mit KI um? Denn oft ist die Künstliche Intelligenz eine gute Unterstützung, jedoch kein Ersatz für Alles. Und genau diese Botschaft wollen Henry Theo Wittkop (17), Maximiliane Falke (18) und Moritz Vogt (17) vermitteln - mit einer selbst entwickelten spielerischen Lernplattform, genannt "AI Ready - Fit für die digitale Welt". Sie sind die Köpfe hinter einem von mehreren Projekten aus dem Ruhrgebiet.
Bewusste Ironie: Mit KI etwas über den Umgang mit KI lernen
Das Projekt findet im Rahmen von "Jugend forscht" statt, einem Wettbewerb aus dem Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Die Drei vom Gymnasium Holthausen in Hattingen haben sich beim Regional- und Landeswettbewerb von Jugend forscht durchgesetzt und fahren heute nach Herzogenaurach, um sich mit Projekten aus ganz Deutschland zu messen.
KI ist längst in der Schule angekommen. Und hier setzt AI Ready an: In Form einer Website, auf der die User direkt mit KI in Kontakt kommen. Und so einen verantwortungsvollen Umgang damit erlernen. Als Erstes heißt es: Registrieren, anmelden und dann: Rein in die Welt von Künstlicher Intelligenz.
Von Nachhaltigkeit bis Datenschutz: Chancen und Gefahren von KI
Hauptcharakter der spielerischen Story ist Professorin Glaskugel. Sie hat ein Orakel, die KI entwickelt und bringt den Usern den richtigen Umgang bei. Das passiert in acht aufeinanderaufbauenden Leveln:
- Level 1: Grundlagen - Was ist Künstliche Intelligenz?
- Level 2: Informatik - Wie funktioniert eine KI technisch?
- Level 3: Richtig "Prompten" - Wie erhalte ich möglichst genaue Antworten?
- Level 4: In der Schule - Wie kann ich die KI zum Lernen nutzen?
- Level 5: Kritisch Sein - Warum sollte ich KI-Ergebnisse hinterfragen?
- Level 6: Datenschutz - Was sollte die KI wissen und was nicht?
- Level 7: Nachhaltigkeit - Wie wirkt sich KI-Nutzung auf die Umwelt aus?
- Level 8: Sicherheit - Warum braucht KI menschliche Kontrolle?
In Level 3 lernen die User wie man die KI richtig füttert
AI Ready entstand in der Freizeit der Jugendlichen
Bei jedem Level können die User mit der KI chatten oder lösen Aufgaben. So lernen sie direkt richtig zu "prompten", also die KI zu füttern. Unterstützung gibt es pro Level von einem anderen intelligenten Lernhelfer. Ist das Level absolviert, gibt es ein Lernspiel und ein Quiz. So wird das Wissen nochmal überprüft. Die User können sich damit auch Abzeichen abholen.
Die User lernen den Umgang mit KI direkt an der KI.
Am Ende des sogenannten magischen Schultags gibt es eine Abschlussprüfung. Gedacht ist AI Ready bisher für Schüler ab Klasse 6. In Zukunft soll die Lernplattform aber auch für Grundschüler nutzbar sein. Entwickelt hat das Trio die Lernplattform größtenteils außerhalb der Schulzeit.
Innerhalb von sechs Monaten: Von der Idee bis zur Lernplattform
Ausnahmen gab es, zum Beispiel haben die Schüler einen ganzen Projekttag für AI Ready bekommen. Der war auch der Startschuss - kurz vor den Weihnachtsferien 2025. Jetzt, fast ein halbes Jahr später, steht die interaktive Lernplattform. Die Arbeit haben sich die drei untereinander gut aufgeteilt: Henry ist fit in Informatik, hat die KI mit Hilfe von Moritz entwickelt, Maximiliane hat sich die Story der Lernplattform ausgedacht. Unterstützung gab es die gesamte Zeit über von einer Projektbetreuerin. Und Hilfe bei der technischen Entwicklung gab es auch: von KI - na klar.
Die letzten Tage gab es noch letzte Feinschliffarbeiten, am Freitag und Samstag steht die Projekt-Präsentation in Herzogenaurach an. In nur fünf Minuten muss das Team die Jury überzeugen. Sie kennt das Projekt bereits ausführlich durch eine Ausarbeitung, die die Drei abgeben mussten. Am Sonntag steht dann die Siegerehrung an. Die Aufregung ist riesig:
"Dieses Mal treffen die besten Projekte aufeinander. Es gibt eine deutlich stärkere Konkurrenz, als bei den letzten Wettbewerben." Maximiliane Falke
"Ein wichtiges Thema für die Zukunft"
Die Kosten für AI Ready tragen die Schüler im Moment noch selbst. Lange geht das dann aber nicht mehr: Mit jedem User mehr wird es teurer. Das heißt: Langfristig müssen Lizenzen her. Wie man die Kosten vorübergehend decken kann, wird aktuell mit der Schule geklärt.
Auch wenn AI Ready beim Bundeswettbewerb nicht gewinnen sollte, wollen die drei Schüler unbedingt weitermachen und AI Ready fortlaufend entwickeln. Bei einer Schulversammlung von Digitalisierungs-Projekten wurde AI-Ready schon vorgestellt.
"Wir wollen weitermachen, weil wir glauben, dass das ein wichtiges Thema für die Zukunft ist." Henry Theo Wittkop
AI Ready soll also noch spezifischer werden. Zum Beispiel soll es darum gehen, wie man mit KI konkret für Klassenarbeiten lernen kann. Jetzt geht der Blick aber erstmal auf den Bundeswettbewerb vom 28. bis 31. Mai in Herzogenaurach.
Unsere Quellen:
- Interview mit Maximiliane Falke und Henry Otto Wittkop
- Jugend forscht
Sendung: WDR.de, Schüler entwickeln Lernplattform für Umgang mit KI, 28.05.2026, 5 Uhr
