Viele Freibäder kämpfen gegen den Fachkräftemangel
WDR. 02:30 Min.. Verfügbar bis 11.03.2028.
Der Beruf der "Fachkraft für Bäderbetriebe" ist anstrengend. Neben der Beckenaufsicht müssen sie sich um die Grünanlagen und den Wassereinlass kümmern. Darüber hinaus sind sie ständige Ansprechpartner für die Badegäste. Noch schwieriger wird der Job, wenn nur wenige Fachkräfte da sind.
Das Freibad in Hattingen sucht dringend Rettungsschwimmer
Angestellte in Hattingen am Limit
Im Freibad Welper in Hattingen ist das der Fall. Bisher hat der Betrieb zwar auch an den vollen Sommertagen geklappt, doch die Mitarbeitenden geraten oft ans Limit. "Es wäre für uns von Vorteil, wenn wir noch ein oder zwei Fachkräfte dazubekommen würden", sagt Schwimmmeister Pascal Zanders. Damit könnten laut ihm Dienstpläne entzerrt werden, Schwimmmeister könnten in kürzeren Schichten arbeiten oder sich einen freien Tag mehr einbauen.
Damit die Angestellten in Hattingen nicht mehr bis an ihre Belastungsgrenzen kommen, hat die Stadt zwei neue Stellen ausgeschrieben. Die Mitarbeitenden hoffen, dass sich für die beiden Posten am Beckenrand schnell jemand findet.
Probleme im Elsebad nicht so groß
Auch beim Elsebad in Schwerte kennen die Betreiber Engpässe bei der Dienstplanung. Bisher klappt es aber gut, die Lücken im Dienstplan aufzufüllen. Das liege vor allem daran, dass das Elsebad ein Bürgerbad ist, sagt Hendrik Buschhaus. Er arbeitet im Elsebad als Fachkraft für Bäderbetriebe.
Viele ehrenamtliche Mitarbeiter kommen hier aus den Schwimmvereinen in der Umgebung. Mit denen arbeitet das Schwerter Freibad eng zusammen. Bisher haben die Absprachen gut geklappt und es gibt genug Personen für die Schwimmaufsicht.
"Wir arbeiten sehr sehr eng mit den Schwimmvereinen zusammen. Dadurch haben wir die Leute direkt vor Ort und wenn man die dann anspricht, dann kommen die auch" Hendrik Buschhaus, Fachkraft für Bäderbetriebe im Elsebad
Hendrik Buschhaus ist Bademeister im Elsebad in Schwerte
DLRG hilft an vollen Tagen
Weitere Unterstützung kommt von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG). An heißen Tagen und am Wochenende, wenn es besonders voll ist, kommen extra DLRG-Kräfte als Verstärkung dazu.
Fachkräftemangel in ganz Deutschland
Laut dem Bundesverband deutscher Schwimmmeister gibt es in der gesamten Bundesrepublik zu wenig Fachkräfte für Schwimmbäder. Das liege unter anderem auch daran, dass der Beruf nicht besonders beliebt ist, denn er ist mental anstrengend und mit einer Menge Verantwortung verbunden. Außerdem würden die Angestellten dann arbeiten, wenn andere frei haben - und der Lohn sei auch nicht so gut.
Unsere Quellen:
- Eindrücke von WDR-Reporter vor Ort
- Telefon-Interview mit dem Bundesverband deutscher Schwimmeister
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Dortmund, 28.05.2026, 18:08 Uhr