Hagener Lehrerin muss gehen: Schüler demonstrieren
03:17 Min.. Verfügbar bis 06.02.2028.
Hagener Lehrerin muss gehen: Schüler demonstrieren
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Eine Vertretungslehrerin in Hagen bekommt keinen neuen Vertrag an einem Gymnasium. Schüler, Eltern und Lehrer finden das nicht fair und protestieren auf dem Schulhof für die beliebte Kunstlehrerin. Doch ohne Aussicht auf Erfolg - die Bezirksregierung sieht rechtliche Hürden.
Franziska Hörner wischt sich die Tränen aus dem Gesicht. Etwa 300 Schülerinnen und Schüler rufen ihren Namen, halten Schilder hoch, auf denen steht: "Wir kämpfen für Frau Hörner!" Während die 38-Jährige um Fassung ringt, stürmen immer wieder Kinder auf sie zu und umarmen sie. Sie alle wollen ihre Kunstlehrerin eigentlich nicht gehen lassen.
"Das so zu sehen bricht mir das Herz. Ich war immer gerne hier und ich will hier sein. Vor allem für die Kinder. Doch ich darf nicht." Franziska Hörner, Vertretungslehrerin
Franziska Hörner an ihrem letzten Tag am Theodor-Heuss-Gymnasium.
Am Freitag ist offiziell ihr letzter Tag am Theodor-Heuss-Gymnasium, denn die Bezirksregierung hat vor einer Woche einen neuen Vertrag für die Vertretungslehrerin abgelehnt. Seit mehr als vier Jahren unterrichtet sie an der Schule etwa 400 Schülerinnen und Schüler im Fach Kunst. Aus rechtlichen Gründen, so die Bezirksregierung Arnsberg, sei das jetzt nicht mehr möglich.
Bezirksregierung sieht aktuell keine Chance
Für eine dauerhafte Einstellung müssten Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien auf jeden Fall einen Hochschulabschluss vorweisen, so Sprecher der Bezirksregierung Christoph Söbbeler: "Die Situation ist durch bindende und gerichtlich überprüfte arbeitsrechtliche Vorgaben gekennzeichnet. Daher ist eine Weiterbeschäftigung in der bisherigen Form am Theodor-Heuss-Gymnasium leider nicht möglich."
Es sind also arbeitsrechtliche Gründe, warum Franziska Hörner dort nicht mehr arbeiten darf. Die Seiteneinsteigerin hat Produktmanagement für Modedesign studiert, kann aber keinen vorgegebenen Hochschulabschluss vorweisen. Die Schulpflegschaft am Theodor-Heuss-Gymnasium vermutet, dass es der Bezirksregierung vor allem darum gehe zu verhindern, dass sich die langjährige Vertretungslehrerin in eine Daueranstellung einklagen könnte.
"Es ist unfassbar. Unsere Kinder lieben diese Lehrerin. Sie hat seit vier Jahren bewiesen, wie wertvoll sie für diese Schule ist. Fachlich, aber auch menschlich. Das absurde ist, dass unter der ganzen Situation jetzt vor allem unsere Kinder leiden." Tanja Plümpe, Schulpflegschaftsvorsitzende
Kunstunterricht fällt vorerst aus
Denn fest steht: Bislang ist noch unklar, wie der Unterricht der Vertretungslehrerin aufgefangen werden soll. Stand jetzt falle der Kunstunterricht für die Schülerinnen und Schüler schlicht aus. Auch der Schulleiter des Gymnasiums wünscht sich den Verbleib von Hörner. Rechtliche Gründe könne man natürlich nicht ignorieren, aber fest stünde auch: Im Laufe der Vertretungsjahre der 38-Jährigen an der Schule habe sich nicht eine einzige examinierte Kunstlehrkraft beworben.
Die Schülerinnen und Schüler vom Theodor-Heuss-Gymnasium demonstrieren für ihre Lehrerin.
Die Schülerinnen und Schüler stehen heute geschlossen hinter ihrer Kunstlehrerin. Mit Sprechchören verabschieden sie Franziska Hörner. Sie alle hoffen, dass es noch irgendeinen Weg gibt, dass sie weiter unterrichten darf.
Unsere Quellen:
- Bezirksregierung Arnsberg
- Schulleitung Theodor-Heuss-Gymnasium
- WDR-Reporter vor Ort
Sendung: WDR 2 Ruhrgebiet, Lokalzeit, 06.02.2026, 12:31 Uhr