Gigant im Duisburger Werkshafen: Neuer Großkran für ThyssenKrupp Steel
03:15 Min.. Verfügbar bis 20.03.2028.
Mit solchen Giganten hat selbst ein Stahlkonzern selten zu tun: Im Duisburger Werkshafen von Thyssenkrupp Steel liefern Schiffe am Freitagmorgen Teile eines Großkrans an. Krangewicht: 700 Tonnen. Seine künftige Aufgabe: 550 Tonnen schwere Kübel mit 1600 Grad heißem, flüssigem Stahl zu bugsieren – die sogenannten Pfannen.
Die Kranteile wurden im Hafen Aken an der Elbe verladen
Allein das Ausladen und der Transport über das Werksgelände wird wohl das ganze Wochenende dauern. Aufgebaut wird der Kran erst später. Er ist dann eines der wichtigsten Elemente im Oxygen-Stahlwerk OX 1 Bruckhausen – ohne ihn würde die Anlage stillstehen. Das Stahlwerk im Duisburger Norden wird derzeit modernisiert. Der alte Kran im Stahlwerk 1 stammt noch aus den 1960er Jahren. Erst wenn der neue installiert ist, wird der alte demontiert.
Was kann der neue Kran?
Der neue Kran ist schneller in der Fahrbewegung. Dadurch können Produktionszahlen gesteigert werden. Außerdem ist er auf dem neuesten Stand der Antriebstechnik und erfüllt aktuellste Brandschutzverordnungen. Außerdem bringt er viele neue Sicherheitsfunktionen mit.
"In der Halle gibt es viele Hindernisse, die aktuell noch vom Kranführer geprüft werden müssen. Der neue Kran macht das automatisch, sodass der Kranfahrer da nicht aus Versehen reinfahren kann." Christian Mainka, Projektleiter
Kran wird rund um die Uhr gebraucht
1.600 Grad heiß ist der Stahl, bevor er zu Blöcken gegossen und gewalzt wird. Der neue Kran soll die brodelnden Pfannen zwischen den Stationen transportieren. Weil das Stahlwerk nonstop produziert, wird auch der Kran sieben Tage die Woche rund um die Uhr gebraucht. Die Kranbaufirma Köthen aus Sachsen-Anhalt hat ihn schon vor dem Transport nach Duisburg aufgebaut, gründlich erprobt und für die Schiffsreise wieder zerlegt.
Doppelt hält besser
Die Kranteile in der Montagehalle in Sachsen
Sämtliche Antriebe des Krans sind doppelt eingebaut. Und der Koloss ist für noch höhere Lasten ausgelegt: Bis zu 580 Tonnen soll die 22,5 Meter breite Kranbrücke heben können. Das Gewicht wird dabei auf 32 Räder verteilt. Neben dem Haupt-Hubwerk gibt es noch ein zweites, das 100 Tonnen heben und unter dem Hauptkran durchfahren kann. Um in Bewegung zu kommen, braucht der Kran bis zu 1.500 Kilowatt elektrische Leistung.
Klimatisierte Kabine und Assistenzsysteme
Heiß ist übrigens nicht nur die Last des Krans - auch unter dem Dach der Gießhalle selbst herrschen bis zu 60 Grad. Deshalb werden die Kranführer in einer klimatisierten Kabine sitzen. Wie in modernen Autos können sie sich sich bei der Fahrt des Krans auf verschiedene Assistenzfunktionen stützen.
Unsere Quellen:
- ThyssenKrupp Steel
- Kranbau Köthen
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Duisburg, 20.03.2026, 19:30 Uhr
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 20.03.2026, 8:31 Uhr