Maryam Azadi (Melika Foroutan) und Hamza Kulina (Edin Hasanovic) in einer Szene aus der Tatort-Folge "Licht" aus Frankfurt

Grimme-Preis 2026: Tatort, Joko & Klaas und neunmal WDR nominiert

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Das Grimme-Institut in Marl hat die Nominierungen für den Grimme-Preis 2026 bekannt gegeben. Darunter sind viele bekannte Namen.

750 Einreichungen, 71 Nominierungen - so ist die Ausgangslage für den Grimme-Preis in diesem Jahr. "Die Nominierungen für den diesjährigen Grimme-Preis spiegeln eindrucksvoll die Vielfalt und Stärke des aktuellen Fernsehjahres wider“, so die Geschäftsführerin des Grimme-Instituts, Çiğdem Uzunoğlu.

Cold Cases und Retro-Vibes

Freuen könnte sich unter anderem der Tatort im Ersten. Gleich mit seinem ersten Fall wird das neue Frankfurter Ermittlerduo nominiert, gespielt von Melika Foroutan und Edin Hasanović. In "Dunkelheit" vom Hessischen Rundfunk geht es um einen unaufgeklärten Mord, einen "Cold Case". Angelehnt übrigens an den realen Fall des sogenannten "Hessen-Rippers" aus den neunziger Jahren.

Der Tatort ist genau so in der Kategorie "Fiktion" nominiert, wie die Serie "Chabos" bei ZDFneo. Die greift das Leben im Ruhrpott in den frühen Zweitausendern auf. Humorvoll, aber auch tiefgründig wird hier auf die Freundschaft mehrerer Jugendlicher im Duisburg aus der Perspektive von heute geblickt.

Die Maus mit sensiblem Thema nominiert

Animationsfilm mit Pit und Peggs

Die Sendung mit der Maus zur Geschichte von Felix Nussbaum

Der Westdeutsche Rundfunk darf auch in diesem Jahr auf einen oder mehrere Grimme-Preise hoffen. Neun Produktionen vom WDR oder mit dessen Beteiligung sind unter den Nominierungen. Und wieder einmal mit dabei: "Die Sendung mit der Maus". Die beliebte Kindersendung hatte sich beschäftigt mit mit der Frage: Was sind Stolpersteine?

Erklärt wird dies am Beispiel des jüdischen Künstlers Felix Nussbaum, der von den Nationalsozialisten verfolgt und schließlich in Auschwitz ermordet wurde. Er hatte die Idee zu einem Trickfilm, der nie realisiert wurde. Das hat die Maus-Redaktion getan und auch Nussbaums Geschichte kindergerecht erzählt.

Hochwertige WDR-Produktion mit dabei

 Rainer Bock als Richter und Clemens Schick als Ankläger.

Rainer Bock als Richter und Clemens Schick als Ankläger in "Die Ermittlung"

Eine besondere Produktion war "Die Ermittlung", die der WDR gemeinsam mit dem BR und Arte für die ARD prodziert. Es ist die Verfilmung eines Theaterstücks über den ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess ab 1963 – in der Mediathek als Serie, im Fernsehen als Film zu sehen. Und jetzt nominiert.

Eine vielbeachtete Produktion des WDR, die in der Kategorie "Kinder und Jugend" nominiert ist, ist "Lutwi, der Junge aus der Nordstadt". 2015 wurde die Geschichte des kleinen Jungen aus der Dortmunder Nordstadt vom WDR erzählt. Zehn Jahre später entstand nochmal eine Doku von "Menschen hautnah" über Lutwi, die die Jury für preiswürdig hält.

Spektakulärer Fall um Kinderpsychiater bringt Nominierung

Kinderpsychiater Michael Winterhoff als Angeklagter vor dem Bonner Landgericht

Kinderpsychiater Michael Winterhoff als Angeklagter vor dem Bonner Landgericht

Auch nominiert ist in der Kategorie "Information und Kultur" die dreiteilige Doku-Serie „Der Kinderpsychiater – Die Macht des Dr. Winterhoff“, die der WDR zusammen mit dem SWR produziert hat. Sie erzählt Aufstieg und Fall des deutschlandweit bekannten Bestsellerautors und Kinderpsychiaters Michael Winterhoff. Die einzelnen Folgen beleuchten, wie er zum gefeierten Star wurde, mit welchen fragwürdigen Methoden er Kinder behandelte und warum niemand den Arzt aufhielt.

Jahrelange Recherchen der Autorin Nicole Rosenbach führten zu Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und schließlich zu einer Anklage in 36 Fällen wegen gefährlicher Körperverletzung. Dem Kinderpsychiater wird vorgeworfen, Diagnosen erfunden und Kinder und Jugendliche mit Psychopharmaka ruhig gestellt zu haben. Er muss sich derzeit vor Gericht verantworten. Michael Winterhoff bestreitet die Vorwürfe, alle Verschreibungen seien medizinisch begründet gewesen.

Grimme-Preis mit Problemzonen?

Grafik: Torsten Sträter posiert vor dem Schriftzug "Sträters Problemzonen"

Es wäre nicht der erste Grimme-Preis für Torsten Sträter

Im Bereich "Unterhaltung" dürfen mehrere prominente Namen auf einen Grimme-Preis hoffen: Torsten Sträter zum Beispiel für "Sträters Problemzonen", produziert vom WDR. Unter dem Motto "Gemeinsam gegen die Krisen des Alltags" läuft die Sendung des Waltroper Comedians regelmäßig im Ersten.

Weitere Nominierte sind Till Reiners für seine Late Night Show "Till tonight" im ZDF sowie das Duo Joko Winterscheid und Klaas Häufer-Umlauf für ihre Sendung "Ein sehr gutes Quiz (mit hoher Gewinnsumme)" auf Prosieben, das sie im Herbst unter anderem live aus dem Duisburger Hafen sendeten.

Korrerspondentinnen im Fokus der Jury

Gesprächspartnerin Sophie von der Tann

Sophie von der Tann berichtet für die ARD aus Tel Aviv

Für die "besondere journalistische Leistung" sind in diesem Jahr unter anderem nominiert: Die BR-Journalistin Sophie von der Tann für ihre Berichterstattung über Israel und die palästinensischen Gebiete in der ARD sowie Golineh Atai, die fürs ZDF aus der arabischen Welt berichtet.

Einen Sonderpreis in dieser Kategorie könnte die viel diskutierte Netflix-Doku "Babo" über den Deutschrapper Haftbefehl bekommen.

Jurymitglieder kritisieren Fernsehmacher

Die Jury des diesjährigen Grimme-Preises bemängelte am Rande der Nominierungen, dass im vergangenen Fernsehjahr deutlich weniger diverse Inhalte als in den Jahren zuvor gezeigt wurden. Auch wären Gegenwartsthemen unterrepräsentiert gewesen wie zum Beispiel die Klimakrise.

Die endgültigen Preisträger wird das Marler Grimme-Institut im März bekannt geben, die Verleihung des 62. Grimme-Preises ist dann Ende April traditionell im Theater Marl.

Entscheidung in Marl: Tatort, Joko & Klaas und neunmal WDR nominiert

WDR Studios NRW 22.01.2026 02:05 Min. Verfügbar bis 22.01.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Grimme-Institut Marl

Sendung: WDR.de, Nominierungen für den Grimme-Preis 2026, 22.01.2026, 10:01 Uhr.

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