Sie haben Hoffnung, dass sie doch noch Erbstücke zurückbekommen: Die Opfer des spektakulären Sparkasseneinbruchs in Gelsenkirchen. Die Einbrecher hatten ja nach dem Aufbrechen der Schließfächer kurz nach Weihnachten zahlreiche Wertgegenstände im Tresorrau liegen gelassen.
Mehr als 50.000 Wertsachen warten jetzt auf ihre Besitzer. Die Polizei hat sie aufwendig dokumentiert und der Sparkasse übergeben. In der Servicestelle am Hauptbahnhof können Betroffene nun die Sachen abholen. Für die Rückgabe gelten aber klare Vorgaben.
Interview mit Sparkassendirektor Michael Klotz aus Gelsenkirchen
WDR. 08.05.2026. 04:10 Min.. Verfügbar bis 07.05.2028. WDR Online.
Abgabe nur mit Termin
Niemand soll aus freien Stücken kommen, die Sparkasse schreibt im Vorfeld Betroffene an und macht Termine aus. Im ersten Schritt werden nur persönliche Dokumente zurückgegeben, die man leicht zuordnen kann. Dazu zählen zum Beispiel Kaufverträge, Urkunden, Fahrzeugbriefe oder Familienstammbücher.
Später dann geht es an Wertgegenstände wie Schmuck oder Uhren. "Das ist nicht so ganz leicht und gleicht einem Puzzle", sagt Sparkassenchef Michael Klotz. In dem Zusammenhang weist die Sparkasse darauf hin, dass Betroffene ihre Inventarlisten einreichen, was in ihren Schließfächern lag. Die Mehrheit habe das aber schon gemacht, heißt es.
Nachweise wichtig
Dazu zählen dann auch Fotos oder Zertifikate, um die Sachen zuordnen zu können. Für die Rückgabe hat sich die Sparkasse Gelsenkirchen entschieden, nicht die Polizei dazuzubitten. "Es gibt ja den Vorwurf, die Sparkasse würde die Betroffenen kriminalisieren. Wir haben die Befürchtung, dass diesen Vorwürfen dann neue Nahrung gegeben würde", erklärte Michael Klotz am Freitag gegenüber dem WDR.
Doch viele Betroffene haben wenig Hoffnung, wertvolle Sachen zurückzubekommen. "Ich hatte Goldgeschenke zur Geburt meiner Tochter im Schließfach, das werden die mitgenommen haben", sagt eine Betroffene.
Auch bei Polizei melden
Die Polizei weist darauf hin, dass alle Wertsachen und vor allem Dokumente, die in Empfang genommen werden, bei der Polizei gemeldet werden müssen. Die Behörde streicht sie dann von der Liste, damit sie nicht weiter zur Sachfahndung ausgeschrieben sind. "Wenn man das nicht macht, könnte man zum Beispiel an der Grenze Probleme bekommen, wenn man immer noch mit einem als gestohlen gemeldeten Ausweis reist", sagt Polizeisprecher Thomas Nowaczyk.
Rückgabe erster Gegenstände nach Sparkassen-Coup
WDR. 08.05.2026. 00:48 Min.. Verfügbar bis 07.05.2028.
Zum Start am Freitag gibt es lediglich vier Termine, in denen Sparkassen-Opfer persönliche Dokumente abholen können. Weitere fünfzehn Termine wurden für die kommenden Tage ausgemacht.
Unsere Quellen:
- Polizei Gelsenkirchen
- Sparkasse Gelsenkirchen
- Reporter vor Ort
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 08.05.2026, 06.31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 08.05.2026, 18:45 Uhr