Polizei befragt betroffene Kunden der Sparkasse in Gelsenkirchen | WDR aktuell

00:53 Min. Verfügbar bis 17.01.2028

Nach Sparkassen-Einbruch: Befragung von Betroffenen gestartet

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Nach dem spektakulären Einbruch in eine Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen-Buer lädt die Polizei alle betroffenen Schließfachbesitzer zur Befragung ein.

Am Montagmorgen hat die Polizei in Gelsenkirchen damit begonnen, die Besitzer der betroffenen Schließfächer zu befragen. Insgesamt sind rund 3.100 Kunden der Sparkassenfiliale im Stadtteil Buer von dem spektakulären Einbruch betroffen.

Die Gespräche finden in eigens angemieteten Büroräumen in Gelsenkirchen statt. Wo genau diese sind, wollte die Polizei nicht mitteilen. Der Opferschutz stehe im Vordergrund. Sie geht aber von wochenlangen Befragungen aus.

Die Polizei spricht von einer "umfangreichen logistischen Planung", die dafür nötig sei. Sie hat eine Telefonnummer geschaltet, über die alle Opfer unter Angabe der Schließfachnummer einen Termin für die Befragung ausmachen sollen.

"Jede und jeder Geschädigte wird die Chance erhalten, bei der Polizei Angaben zum Inhalt seines Schließfachs machen zu können", sagte ein Polizei-Sprecher. Die Informationen würden dann direkt in die Ermittlungen einfließen und könnten neue Ermittlungsansätze liefern. Die Geschädigten sollen mit Termin kommen und ihre Unterlagen mitbringen.

Mehrere hundert Betroffene haben bereits Termine

200 Menschen hatten sich bis zum Montagmorgen aktiv bei der Polizei gemeldet, der erste Tag sei bereits vollständig ausgebucht. Doch ob sich wirklich alle Betroffenen aktiv melden, ist fraglich. Anwälte raten davon ab. Dabei geht es vor allem um die Inventarlisten mit den gestohlenen Wertgegenständen.

Diese wollen die Anwälte mit den Betroffenen ausfüllen und separat an Polizei, Versicherung und Sparkasse senden. Trotzdem hält die Polizei an den Befragungen fest und behält sich vor, Betroffene zu einem späteren Zeitpunkt auch vorzuladen. Die Beamten schließen nicht aus, dass unter den Sparkassenkunden auch Personen sein können, die Insiderwissen hatten und dieses an die Täter weitergegeben haben können.

Anwalt hält dagegen

Es sei jedoch ein normaler Vorgang, dass Betroffene nur über Anwälte mit der Polizei kommunizieren, erklärt Tim Varlemann. Der Anwalt für Zivilrecht erklärt gegenüber dem WDR: "Mandanten haben leider die Angewohnheit, sich um Kopf und Kragen zu reden. Eventuell lassen sie sich zu Aussagen verleiten, die sie gar nicht so sagen wollten" Diese Aussagen tauchten aber in den Ermittlungsakten auf und würden von der Versicherung verwendet, erklärt der Anwalt.

Noch vieles unklar nach Millionen-Coup von Gelsenkirchen

Bei dem Einbruch Ende Dezember hatten die noch unbekannten Täter ein Loch in die Wand des Tresorraums der Bank gebohrt und rund 3.000 Schließfächer leergeräumt. Für die Polizei ist die zentrale Frage, wie dies gelingen konnte, ohne einen Alarm auszulösen.

Erste Klagen werden vorbereitet

Großer Andrang bei Infoveranstaltung nach Sparkasseneinbruch in Gelsenkirchen

Großer Andrang bei der Info-Veranstaltung von Anwalt Daniel Kuhlmann

Einige Opfer bereiten sich bereits auf eine Klage vor. Am Wochenende hat Anwalt Daniel Kuhlmann in der Schalke-Arena zu einer großen Informationsveranstaltung eingeladen. Mehr als 600 Menschen waren gekommen, viele haben sich offenbar dazu entschlossen, zu klagen.

Große Nachfrage von Betroffenen

Der Anwalt sondiert derzeit die vielen Anfragen und will gegen Ende der Woche schon die ersten vier bis fünf Klagen vor dem Landgericht Essen einreichen. Dabei geht es nach seiner Aussage um Fälle, in denen die Betroffenen wasserdicht auflisten könnten, welche Wertgegenstände sich in den Schließfächern befunden haben.

Gibt es Musterklagen?

Sein Ziel ist es, Musterklagen einzureichen. Allerdings sei noch unklar, ob die Sparkasse sich auf solche Musterverfahren einlasse. Falls nicht, müsse jeder einzelne Betroffene eine Klage einreichen.

Die Klage stützt er auf eine fehlende Pflichtverletzung der Bank, so sei die Sparkasse nicht ausreichend gesichert gewesen. Seiner Kenntnis nach habe es keine funktionierenden Bewegungsmelder und Erschütterungsmelder gegeben. Außerdem fehle eine metallische Verstärkung in der Wand, welche die Täter aufgebohrt hatten, um in den Tresorraum einzudringen.

Nach Sparkassen-Einbruch: Befragung von Betroffenen gestartet

WDR Studios NRW 19.01.2026 00:45 Min. Verfügbar bis 19.01.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Nachrichtenagenturen dpa und AFP

Sendung: WDR 2, Lokalzeit Rhein und Ruhr, 19.01.2026, 06.31 Uhr.

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