Geschäft in Hagen verlangt Gebühr von Kunden für Beratung im Laden
Lokalzeit aus Dortmund. 11.02.2026. 03:16 Min.. Verfügbar bis 11.02.2028. WDR. Von Nicole Werner.
Geschäft in Hagen verlangt Gebühr von Kunden für Beratung im Laden
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Wer neue Laufschuhe oder einen passenden Schulranzen haben will, braucht oft fachliche Beratung vor Ort. Nicht selten bestellen Kunden danach im Internet, weil die Produkte teilweise günstiger angeboten werden. Das nimmt ein Einzelhändler in Hagen nicht mehr hin und verlangt Beratungsgebühren.
Das Familienunternehmen Schulranzen Kranz hat Läden in Bochum und Hagen. Für die persönliche Beratung im Shop nehmen die Einzelhändler seit mittlerweile zwei Jahren eine Beratungsgebühr von 25 Euro. Kauft der Kunde am Ende der Beratung auch den Ranzen, werden diese 25 Euro wieder gutgeschrieben.
"Wir dulden nicht mehr diesen Beratungsklau. Wir haben die Kunden eine Stunde beraten und dann wird parallel nach günstigeren Ranzen gegooglet. Da haben wir uns einfach maßlos geärgert!" Stefanie Kranz, Inhaberin von Schulranzen Kranz
Die Verkäuferin nimmt sich viel Zeit für die persönliche Beratung. 45 bis 60 Minuten dauert ein Termin. Diesen können Kunden vorab online buchen. Mit den Gebühren will Stefanie Kranz den Beratungsklau ausschließen.
Handelsverband NRW: Beratungsgebühren oft ganz individuelle Entscheidung
Ob ein Einzelhändler die Beratungsgebühren verlangt, sei eine individuelle Entscheidung, die von mehreren Faktoren abhinge, meint Barbara Wolkenhauer. Sie ist Geschäftsführerin des Handelsverband NRW Westfalen - Münsterland. Gerade beratungsintensive Branchen würden ganz genau abwägen, ob sie sich die Gebühren leisten könnten.
Bei Fahrradhändlern habe der Verkauf von E-Bikes nachgelassen, erklärt Wolkenhauer. Würden jetzt noch die Beratungsgebühren dazu kommen, könnte das potenzielle Käufer verschrecken, fürchten einige Händler.
Kunden akzeptieren Gebühren
Häufig gibt es eine Beratung beim Kauf eines Tornisters
Die meisten Kunden nähmen die Beratungsgebühren aber gelassen, ergänzt Wolkenhauer. Über 90 Prozent der Kunden würden die Artikel nach viel Mühe und intensiver Beratung auch im Laden kaufen.
Das bestätigt auch Stefanie Kranz. Für sie hat sich die Einführung einer Beratungsgebühr gelohnt. Und wer nach dem Kauf noch einmal Hilfe mit dem Schulranzen braucht, kann diese auch im Laden bekommen. Im Notfall gibt es sogar Leihranzen. Die gibt es im Online Shop nicht.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
- Gespräch mit Stefanie Kranz, Inhaberin Schulranzen Kranz in Hagen
- Gespräch mit Barbara Wolkenhauer, Geschäftsführerin Handelsverband NRW Westfalen - Münsterland
Sendung: WDR 2, Lokalzeit Ruhrgebiet, 11.02.26, 15:31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Dortmund, 11.02.2026, 19:30 Uhr