Ende der Ära des Duisburger Stahlkonzerns Thyssen-Krupp

Stand:

  • Thyssen-Krupp-Aufsichtrat stimmt Fusion mit Tata zu
  • Grünes Licht für zweitgrößten Stahlkonzern Europas
  • Beschäftigungsgarantien für Arbeitnehmer

Die Stahlzentrale in Duisburg ist damit bald Geschichte. Am Montag (02.07.2018) wollen die beiden Unternehmen um 11:00 Uhr über ihr neues Stahl-Gemeinschaftsprojekt unterrichten.

Über zwei Jahre verhandelt

Nach über zweijährigen Verhandlungen unterzeichneten beide Unternehmen am Samstag (30.06.2018) die Verträge für ein Stahl-Gemeinschaftsunternehmen. Durch die Fusion kann der zweitgrößte Stahlkonzern Europas entstehen - nur die Politik kann das noch verhindern.

Startschuss für Konzernumbau

"Es ist ein historischer Schritt", sagte ein erleichtert wirkender Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger dem WDR. Er hatte mehr als zwei Jahre um eine Stahlfusion gerungen. Sorgfalt habe die erste Priorität gehabt. "Deshalb haben wir in Kauf genommen, dass es so lange dauert."

Neuer Sitz in Amsterdam

Betriebsratschef: "Riesen Erfolg"

Nach zunächst heftigen Protesten hatten schließlich auch die Arbeitnehmervertreter Zustimmung zum Vorhaben signalisiert. Direkt zu Beginn fallen zwar tausend Stellen weg, doch es gibt umfangreiche Garantien für die anderen Jobs und die Standorte in NRW.

Stahlarbeiter von Thyssen-Krupp demonstrieren in Bochum gegen die geplante Fusion mit Tata

Viele Stahlarbeiter demonstrierten gegen die Fusion

"Wir haben einen Schutz für die Beschäftigten erkämpfen können", sagte der Betriebsratschef Tekin Nasikkol dem WDR. "Wir haben Investitionszusagen und konnten die Ausbildungskapazitäten erhalten. Das ist für uns ein riesengroßer Erfolg." Unabhängige Wirtschaftsprüfer hätten zudem belegt, dass der neue Stahlriese auch in der Lage sei, wirtschaftliche Flauten zu überstehen.

Ausrichtung auf stabilere Sparten

Durch das Joint Venture verringert der Ruhrkonzern auch seine Abhängigkeit vom Stahl, bei dem Geschäfte und Gewinne oft stark schwanken. Firmenchef Hiesinger will Thyssen-Krupp künftig stärker auf die anderen, stabileren Sparten ausrichten - wie den Bau von Aufzügen, Autoteilen, Fabriken und Schiffen.

Prüfung durch Kartellbehörde

Wann genau aus den einstigen Konkurrenten tatsächlich Kollegen werden ist noch offen. Denn: Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden, unter anderem in der Europäischen Union. Frühestens 2019 soll der Stahlriese seine Arbeit aufnehmen.

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