Nach anonymem Hinweis: Skandal bei Verkehrsbetrieben Duisburg?
Aktuelle Stunde . 16.01.2026. 28:32 Min.. UT. Verfügbar bis 16.01.2028. WDR. Von Kai Toss.
Bei den Vorwürfen geht es um "finanzielle Unregelmäßigkeiten", wie die DVV selbst bekannt gibt. Offenbar sollen ehemalige Mitglieder des Betriebsrats und einzelne leitende Angestellte nicht korrekt vergütet worden sein.
Anonyme Hinweise mit Folgen
DVV und Stadt nehmen die anonymen Vorwürfe nach eigener Aussage ernst. Die Geschäftsführer Marcus Wittig und Axel Prasch lassen ihre Amtsgeschäfte bis auf Weiteres ruhen - darum hatte der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link gebeten, in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der DVV. Das Unternehmen begründet die Freistellung damit, dass die Untersuchung "mit größtmöglicher Neutralität" durchgeführt werden soll.
Oberbürgermeister Sören Link (SPD) im Duisburger Rathaus
Außerdem hat Link eine externe Rechtsanwaltskanzlei mit der Durchführung einer Untersuchung beauftragt. Diese Untersuchung soll laut DVV bereits begonnen haben.
Vorwurf der Untreue
Auch die Staatsanwaltschaft ist informiert und prüft nun insbesondere den Vorwurf der Untreue. Für Gina Seemann von der Staatsanwaltschaft Duisburg ist dabei aber noch völlig offen, wie lange das dauert. "Wir erwarten noch umfangreiche Unterlagen, die dann auszuwerten sind. Das wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen", so Seemann. Zu den konkreten Anschuldigungen wollen sich DVV und Staatsanwaltschaft heute nicht äußern.
Die Aufsichtsratsmitglieder Binalo Demir (BSW), Bruno Sagurna (SPD) und Anna von Spiczak (Grüne) haben in ihrer Funktion als Ratsmitglieder am Mittwoch im Ältestenrat der Stadt von den Vorwürfen erfahren.
Sondersitzung im Aufsichtsrat geplant
Die Grüne Fraktionssprecherin Anna von Spizcak sagt auf WDR-Nachfrage, dass der Oberbürgermeister "genau richtig" gehandelt habe.
"Wir erwarten, dass nun transparent und insbesondere im Aufsichtsrat über den Fortgang berichtet wird. Anna von Spiczak, Fraktionssprecherin Grüne Duisburg
Binalo Demir zufolge soll es "noch diesen Monat" eine Sondersitzung des Aufsichtsrats geben.
"Die Ermittlungen müssen sauber abgearbeitet werden - und am Ende gibt es eine Entscheidung wie es weitergeht." Bruno Sagurna, Fraktionsvorsitzender SPD Duisburg
Die DVV ist das größte kommunale Unternehmen der Stadt. Dem Konzern gehören mehr als 30 Gesellschaften an, die zum Beispiel für den ÖPNV oder die Energieversorgung zuständig sind.
Unsere Quellen:
- Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH
- Binalo Demir (BSW)
- Bruno Sagurna (SPD)
- Anna von Spiczak (Grüne)
- Gina Seemann, Staatsanwaltschaft Duisburg
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 16.01.2026, 18.45 Uhr