Bilanz Thyssenkrupp AG
Lokalzeit aus Dortmund. 09.12.2025. 14:33 Min.. Verfügbar bis 09.12.2027. WDR. Von Kai-Hendrik Haß.
"Thyssenkrupp behauptet sich in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld", so beschreibt der Essener Industriekonzern das abgelaufene Geschäftsjahr. Das Geschäftsjahr hat Thyssenkrupp mit einem Gewinn von 532 Millionen Euro abgeschlossen - nach einem Milliardenverlust im Vorjahr.
Dass Thyssenkrupp wieder in die Gewinnzone gerutscht ist, hängt vor allem mit so genannten Einmal-Effekten zusammen. Etwa der Verkauf eines Spezialstahl-Herstellers in Indien. Auch die verbliebene Beteiligung an der vor vier Jahren verkauften Aufzugsparte hat durch eine Wertsteigerung noch ordentlich Geld in die Kasse gespült.
Umsatz ist gesunken
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Umsatz um sechs Prozent gesunken ist. Als Hauptgründe nennt der Konzern eine gesunkene Nachfrage sowie niedrigere Preise, vor allem in der Stahlsparte und im Wertstoffhandel.
Der Konzern ist weiterhin in einem tiefgreifenden Umbauprozess, der Vorstandsvorsitzende Miguel López spricht von einem "Jahr der Umsetzungen". Unter anderem wurde die Schiffbau-Sparte TKMS an die Börse gebracht. Das Ziel: "Wir richten den Konzern neu aus."
Harte Einschnitte für Stahlkocher
Das Stahlunternehmen Thyssenkrupp baut seinen Betrieb stark um
Der Umbau zeigt sich aber vor allem an der Stahlsparte. Thyssenkrupp ist Deutschlands größter Stahlhersteller. Weil die Geschäfte in dem Segment seit Jahren schlecht laufen, hat der Konzern einen harten Sanierungskurs festgelegt und mit der Gewerkschaft IG Metall auch einen Sanierungstarifvertrag vereinbart.
Demnach sollen bis 2030 rund 5.000 Stellen abgebaut werden. Weitere 6.000 Arbeitsplätze sollen durch die Auslagerung an andere Unternehmen oder Verkäufe eingespart werden.
Wie geht es weiter mit der Stahlsparte?
Hoffnung macht den Stahlkochern eine mögliche Übernahme der gesamten Stahlsparte durch den indischen Stahlkonzern Jindal. Viele Mitarbeiter hatten gehofft, dass sie im Rahmen der Jahresbilanz dazu mehr erfahren würden.
Vorstandschef López lobt Jindal zwar als "Stahl-Profi", bescheinigt dem Konzern "sehr, sehr gute Voraussetzungen". Konkreteres gibt es dazu bisher aber noch nicht. Aktuell läuft die Prüfung der Unterlagen, dem könnten dann konkretere Verhandlungen folgen. Der Zeitplan ist ungewiss.
Umbau geht weiter
Im kommenden Jahr rechnet der Industriekonzern auch wieder mit Verlusten bis zu 800 Millionen Euro. Grund dafür sind vor allem Rücklagen für Abfindungen durch den Stellenabbau.
Weltweit hat Thyssenkrupp mittlerweile 93.400 Mitarbeiter, das sind fünf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Und es werden noch weniger, denn das kündigt der Vorstandsvorsitzende López auch an: "Nach diesem Jahr der Entscheidungen setzen wir die Umsetzung nun mit voller Kraft weiter fort.“
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter vor Ort
- Thyssenkrupp-Chef Miguel López
- Mitteilung Thyssenkrupp
- Nachrichtenagentur dpa
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