Uni Wuppertal muss sparen: Ist der Architektur-Studiengang in Gefahr?
Lokalzeit Bergisches Land. 29.09.2025. 02:43 Min.. Verfügbar bis 29.09.2027. WDR. Von Rüdiger Knössl.
Offiziell spricht die Universität nur von Überlegungen für den Fall, dass das Land im kommenden Jahr tatsächlich seine Mittel kürzen sollte. Die Bergische Universität rechnet aktuell mit 5,7 Millionen Euro weniger Zuwendungen. Bisher sei der Landeshaushalt aber noch nicht beschlossen.
Studiengang Architektur in Aufregung
Für den Dekan des Studienganges Architektur, Prof. Christoph Grafe, scheint die Abwicklung seines Bereichs dagegen schon ausgemachte Sache. Ihm sei gesagt worden, dass auslaufende Professuren in den nächsten acht bis zehn Jahren nicht mehr wiederbesetzt werden sollen. Da bei ihm bis 2033 acht der elf Professorenstellen frei werden, bedeute dies das Aus für den Studiengang.
Ich finde die Argumentation einer Universität unwürdig. Prof. Dr. Christoph Grafe, Dekan Studiengang Architektur
Dabei, so betont Grafe, sei gerade der Architekturstudiengang in Wuppertal, dafür bekannt, dass er schon sehr lange auf einem sehr hohen Niveau arbeite, auch wenn er klein sei – sowohl in der Forschung als auch in der Lehre mit den Studierenden.
Architekten werden gebraucht
"Wir haben tatsächlich von allen Berufsorganisationen aus dem breiten Feld klare Stellungnahmen gehabt, dass Architektinnen gebraucht werden", sagt Grafe. Auch die Stadt Wuppertal könne für ihre Baukultur eine Architekturausbildung an der hiesigen Hochschule gut gebrauchen, findet der Dekan.
Schon ab nächstem Jahr keine Neuaufnahme?
Wenn die Bergische Universität an ihren Überlegungen festhält, werden die Auswirkungen schon ab dem kommenden Jahr spürbar sein. Denn wird das Nachbesetzungsverfahren jetzt gestoppt, so der Dekan, könnten schon im kommenden Jahr keine neuen Studierenden mehr aufgenommen werden. Dabei lägen ihm für eine Professorenstelle im kommenden Jahr bereits mehr als 80 Bewerbungen aus ganz Europa vor.
Keine Einschränkungen für die Studierenden
Trotz der aktuellen Überlegungen gibt die Uni für die derzeit 500 Studentinnen und Studenten Entwarnung. Sie könnten auf jeden Fall in Wuppertal ihren Abschluss machen. Dies gelte auch für diejenigen, die erst jetzt im aktuellen Wintersemester ihr Studium beginnen werden.
Unsere Quellen:
- Professor Christoph Grafe
- Bergische Universität
- Reporter vor Ort