Wuppertal will mehrere neue Schulen bauen
02:37 Min.. Verfügbar bis 04.02.2028.
Weil die Bevölkerung wachse, sei auch die Zahl der schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen gestiegen - deshalb würden die Schulbauten dringend benötigt, so die Stadt. Konkrete Pläne gibt es schon für zwei Gesamtschulen, die im Osten der Stadt gebaut werden sollen. Die Umsetzung soll nun schneller erfolgen als ursprünglich geplant.
Eine neue Gesamtschule mit dem Namen "Gesamtschule an der Bockmühle" im Stadtteil Heckinghausen soll nun schon im nächsten Schuljahr mit der Jahrgangsstufe 5 starten und dann jahrgangsweise aufgebaut werden. Übergangsweise müssen die Schüler allerdings in provisorischen Gebäuden unterrichtet werden, die schnell in modularbauweise errichtet werden sollen.
185 Millionen Euro Kosten in den kommenden zwei Jahren
Im Stadtteil Oberbarmen soll die Schule "Gesamtschule Ost" entstehen. Auch dort will die Stadt nun schon im Sommer 2027 ab der 5. Jahrgangsstufe starten und die Schule dann weiter aufbauen.
Oberbürgermeisterin Scherff will eine Bildungsoffensive starten
Der erste Teil einer dazu ausgearbeiteten Schulentwicklungsplanung wird jetzt den politischen Gremien vorgelegt. Für die kommenden zwei Jahre plant die Stadt für ihre "Schulbau-Offensive" 185 Millionen Euro ein. "In unserem, dem Rat vorgelegten Haushaltsentwurf starten wir eine große Bildungsoffensive, die alle Kinder erreichen soll", betont Oberbürgermeisterin Miriam Scherff (SPD).
Eine weitere Gesamtschule und ein weiteres Gymnasium für den Westen empfohlen
Eine Studie der Bergischen Universität, die im Auftrag der Stadt durchgeführt wurde, spricht von erheblichem Handlungsbedarf aufgrund steigender Schülerzahlen bei allen untersuchten Schulformen.
Hier entsteht die Grundschule Gewerbeschulstraße
Am kritischsten ist die Situation an den weiterführenden Schulen. Für 2030 werden dort fast 20.000 Schülerinnen und Schüler prognostiziert. Das wären fast 3000 Schüler mehr als 2015. Hier empfiehlt die Schulentwicklungsplanung zu den bereits beschlossenen beiden neuen Gesamtschulen im Osten eine weitere Gesamtschule und ein Gymnasium im Westen Wuppertals.
Mehr Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf
Die Situation an den Förderschulen bewertet der Bericht der Universität ebenfalls als kritisch. Die Förderquote für Kindern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf sei gestiegen. Alleine im Förderschwerpunkt "geistige Entwicklung" habe sich die Zahl der förderbedürftigen Kinder seit 2015 bis zum Jahr 2024 mehr als verdoppelt. Aus diesem Grund soll eine neue Förderschule entstehen.
Bericht wertet den Ausbau des offenen Ganztags als Erfolg
Räume für den offenen Ganztag fehlen
Obwohl der Bericht den konsequenten Ausbau des offenen Ganztags durch die Stadt als erfolgreich einstuft, könne auch hier der Anstieg der Plätze mit dem steigenden Bedarf an ganztägiger Betreuung nicht mithalten.
Ab dem Schuljahr 2026/27 haben alle Grundschulkinder ab dem ersten Schuljahr einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Trotz des intensiven OGS-Ausbaus in den vergangenen Jahren, liegt die Versorgungsquote erst bei 51 Prozent. Es fehlen circa 4.500 Plätze.
Der OGS-Anspruch scheitert an zu wenigen Räumen
Weitere Ausbaubemühungen scheiterten insbesondere an den bereits ausgeschöpften Küchen- und Mensakapazitäten, zusätzlichen Verwaltungs- und Personalräumen sowie weiterer notwendiger Infrastruktur. Deswegen soll dazu eine eigenständige OGS-Entwicklungsplanung entstehen, so die Stadt.
Unsere Quellen:
- Stadt Wuppertal
- Bericht der Bergischen Universität Wuppertal
Sendung: WDR 2 Bergisches Land, Lokalzeit, 04.02.2026, 12:31 Uhr