Geklaute Luxuskarossen: Urteil im Düsseldorfer Autoschieber-Prozess
00:26 Min.. Verfügbar bis 07.07.2027.
Geklaute Luxuskarossen: Urteil im Düsseldorfer Autoschieber-Prozess
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Innerhalb von sieben Monaten hatte eine Bande von Autoschiebern mit gefälschten Unterlagen Luxuskarossen im Wert von über zwei Millionen Euro ergaunert. Seit Mitte März mussten sich sechs Banden-Mitglieder deshalb vor dem Landgericht Düsseldorf verantworten. Heute wurden die Urteile verkündet.
Angeklagt waren sechs Männer im Alter zwischen 24 und 54 Jahren aus Ratingen, Emmerich und Aachen. Vier von ihnen wurden zu Bewährungsstrafen zwischen zehn Monaten und zwei Jahren sowie Geldstrafen zwischen 1.600 und 19.920 Euro verurteilt.
Gegen den 50-jährigen Haupttäter wurde eine Haftstrafe von vier Jahren verhängt. Der mit 54 Jahren älteste Angeklagte kam mit einer Geldstrafe in Höhe von 1.500 Euro davon. Der vorsitzende Richter hob hervor, "dass die Angeklagten weitestgehend geständig waren und die Geständnisse durch entsprechende Unterlagen sowie die Mitschnitte ihrer Telefonate bestätigt wurden". Die Urteile sind nicht rechtskräftig.
Staatsanwaltschaft hatte höhere Strafen gefordert
Der Staatsanwalt hatte für den 50-jährigen Haupttäter fünf Jahre Haft, für die fünf anderen Bewährungs- und Haftstrafen zwischen elf Monaten und zwei Jahren und neun Monaten gefordert. Das Verfahren gegen eine zunächst mitangeklagte 50-jährige Anwältin aus Bad Honnef war bereits im Vorfeld gegen Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 4.000 Euro eingestellt worden.
Betrug, Urkundenfälschung und Missbrauch von Ausweispapieren
Den sechs Männern war unter anderen gewerbsmäßiger Bandenbetrug und Beihilfe dazu sowie Urkundenfälschung und der Missbrauch von Ausweispapieren vorgeworfen worden. Die Bande hatte mit gefälschten Unterlagen bei Autohändlern Leasingverträge für Fahrzeuge der gehobenen Preisklasse - meist Mercedes, Maybach, Porsche und Audi - abgeschlossen und diese dann im Ausland weiterverkauft. So wurden zwischen Juli 2023 und Februar 2024 bundesweit 27 Luxusautos im Wert von 2,5 Millionen Euo ergaunert. Darunter auch in Wesel, Moers, Duisburg und Mülheim.
Bande von Dubai aus gesteuert
Als Kopf der Bande gilt der Bruder eines Angeklagten aus Ratingen. Der Mann soll die Bande von Dubai aus gesteuert und finanziert haben. Laut Anklage suchte der Bandenchef von Dubai aus mithilfe von Internet-Annoncen nach lukrativen Fahrzeugen und kontaktierte die Händler unter Angabe einer falschen Identität.
Die dafür nötigen Personalien hatte der 38-jährige Angeklagte aus Aachen beschafft. Im Copy-Shop seiner Eltern hatte er dazu professionell Kontoauszüge, Arbeitsverträge und Verdienstbescheinigungen gefälscht, um die Kreditwürdigkeit der vermeintlichen Interessenten vorzutäuschen. Die beiden Angeklagten aus Ratingen hatten dann Kontakt mit den Autohäusern aufgenommen, einer der Mitangeklagten soll die gefälschten Dokumente dort eingereicht haben.
Als Abholer der Autos fungierte der 54-jährige Angeklagte aus Ratingen. Laut Anklage kassierte er dafür jeweils 1.000 Euro.
Besonders wertvolle Autos nach Dubai gebracht
Mit weiteren Mittätern war dann der Transport und Verkauf der Fahrzeuge im Ausland organisiert worden. Besonders hochwertige Fahrzeug ließ der Bandenchef nach Dubai bringen, um sie dort über seinen Autohandel verkaufen zu können. Potenzielle Interessenten konnten sich mittels des Messengerdienstes Telegram melden.
Die Angeklagten waren im Rahmen eines ähnlichen in Kleve laufenden Ermittlungsverfahrens aufgeflogen, hatte die zuständige Düsseldorfer Schwerpunktstaatsanwaltschaft erklärt. In der Folge waren ihre Telefone überwacht worden.
Unsere Quellen:
- Staatsanwaltschaft Düsseldorf
- Landgericht Düsseldorf