Streit ums Pausenbrot im Ramadan: Behörde prüft Vorwürfe in Kleve
02:25 Min.. Verfügbar bis 09.03.2028.
An einer Gesamtschule soll es zu Provokationen zwischen fastenden und nicht fastenden Schülern gekommen sein. Demnach sollen Kinder, die nicht fasten, ihren fastenden Mitschülern ihre Pausenbrote demonstrativ gezeigt haben. Umgekehrt sollen muslimische Schüler andere aufgefordert haben, ihre Brote wegzuwerfen und ebenfalls zu fasten.
Die Vorfälle sollen sich nach bisherigen Informationen in der fünften Jahrgangsstufe ereignet haben. Gegenüber dem WDR bestätigte die Bezirksregierung Düsseldorf, dass der Vorgang bei der Behörde eingegangen ist. Die Schulaufsicht prüfe den Fall.
Verhalten von Lehrerin soll geprüft werden
Dabei soll es auch um das mutmaßliche Verhalten einer Lehrerin gehen. Nachdem die Streitigkeiten zwischen den Schülern bekannt wurden, soll diese beiden Seiten geraten haben, sich wegzudrehen. Ob dies wirklich so passiert ist und nicht fastende Schüler ihr Pausenbrot "heimlich" essen sollten, ist unklar.
"Klar ist beispielsweise, dass niemand in der Schule gezwungen werden darf, seine Religion in einer bestimmten Art und Weise auszuüben." Bezirksregierung Düsseldorf
Die Gesamtschule in Kleve ist nicht für ein Statement zu erreichen und verweist in einer E-Mail an die Bezirksregierung Düsseldorf. Die teilte unter anderem mit: "Fällen, in denen Schülerinnen und Schüler versuchen, ihren Mitschülerinnen und -schülern religiöse Vorschriften zu machen, wird an Schulen konsequent nachgegangen."
Schule reagiert
Nach den Medienberichten am Wochenende setzten sich die Lehrkräfte mit den Schülerinnen und Schülern am Montag zusammen. In der ersten Unterrichtsstunde sei darüber geredet worden, was schief gelaufen sei. Dabei sei es auch um das Thema Respekt gegangen.
Petra Tekath von der SPD Kleve
Auch in der lokalen Politik ist das Thema angekommen. Die AfD in Kleve möchte das Thema weiter auf der Agenda halten. SPD und CDU in Kleve sind zurückhaltender und wollen die ersten Untersuchungsergebnisse am Mittwoch abwarten.
Es kocht sehr hoch, es wird sicherlich auch von einigen geschürt, nicht von den demokratischen Parteien und Fraktionen im Rat. Petra Tekath (SPD Kleve)
Fasten im Ramadan
Auch das Schulministerium Nordrhein-Westfalen erklärte, Grundlage des Schullebens an allen Schulen im Land sei ein respektvolles Miteinander. Die geschilderten Vorwürfe nehme man ernst.
Während des Ramadans verzichten gläubige Muslime von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang unter anderem auf Essen und Trinken. Am Abend brechen viele Familien gemeinsam das Fasten.
Der Fastenmonat endet in diesem Jahr am 19. März. Dieses Jahr fällt der Ramadan zudem weitgehend in die christliche Fastenzeit vor Ostern. Auch viele Christen verzichten in diesen Wochen bewusst auf bestimmte Gewohnheiten oder Lebensmittel.
Unsere Quellen:
- Bezirksregierung Düsseldorf
- Nachrichtenagentur dpa
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 09.03.2026, 12:31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Duisburg, 09.03.2026, 19:30 Uhr