Staatsanwaltschaft: Anschlag auf Stromversorgung in Erkrath
Lokalzeit Bergisches Land. 07.01.2026. 02:19 Min.. Verfügbar bis 07.01.2028. WDR. Von Johannes Rasch.
Das Trafohäuschen wurde mit Graffiti besprüht
Unbekannte hätten versucht, in einem Umspannwerk in Erkrath bei Düsseldorf einen Brandsatz zu zünden. Das sei aber fehlgeschlagen.
Tatmotiv: Belastung durch Umweltgifte
Erst durch ein am Montag veröffentlichtes Bekennerschreiben seien die Behörden laut Staatsanwaltschaft Wuppertal auf den gescheiterten Anschlag aufmerksam geworden. Die Polizei habe daraufhin das Umspannwerk in Erkrath überprüft und festgestellt, dass dort tatsächlich ein Brandsatz deponiert worden war.
In dem Bekennerschreiben auf der Internet-Plattform linksgerichteten indymedia behauptet die Gruppe "Kommando Angry Birds" , man habe das Industriegebiet Max-Planck-Straße lahmlegen wollen. Als Motiv nannten sie "die Belastung der Menschen durch Umweltgifte." "Unsere Grenzen sind überschritten. Deshalb haben wir vor einiger Zeit einen Brandsatz unter einen der beiden Transformatoren im Umspannwerk Unterfeldhaus angebracht".
Anschlag schon länger her
Von den Attentätern besprüht?
Aus dem Bekennerschreiben geht außerdem hervor, dass der Anschlag bereits vor einiger Zeit verübt worden sein dürfte, als es noch wärmer war. Man habe "niemanden frieren lassen wollen", heißt es darin. Da der Anschlag fehlschlug, konnte das Umspannwerk laut Staatsanwaltschaft die ganze Zeit in Betrieb bleiben.
Bekennerschreiben vom 5. Januar
Die Täter datierten ihr Bekennerschreiben auf Montag, den 5.01.2025. Die Schriftzüge, die die mutmaßlichen Täter nach eigenen Angaben auf die Wände eines Trafohäuschens gesprüht haben, waren auch am Mittwoch noch deutlich sichtbar. Mit roter Sprühfarbe ist das Kürzel für Kommando Angry Birds, "KAB", zu lesen sowie "SWITCH OFF", zu deutsch "ausschalten".
Staatsanwaltschaft: Angriff auf die kritische Infrastruktur
Staatsanwalt Wolf-Tilman Baumert bestätigte dem WDR, dass es diesen Sabotageakt gegeben habe. "Wenn er funktioniert hätte, hätte es möglicherweise einen großflächigen Stromausfall gegeben."
Er geht von einem erheblichen Tat-Unrecht aus, das Freiheitsstrafen nach sich ziehen könnte. Mittlerweile hat der Staatsschutz in Düsseldorf die Ermittlungen übernommen.
Unsere Quellen:
- Staatsanwaltschaft Wuppertal
- Bekennerschreiben Kommando Angry Birds
- Nachrichtenagentur dpa
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