Hagen-Wuppertal-Köln: Kritik an Bahn-Sanierungsplänen

02:07 Min. Verfügbar bis 16.01.2028

Hagen-Wuppertal-Köln: Kritik an Bahn-Sanierungsplänen

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Die Bahn spricht von einer Generalsanierung der Strecke. Der Fahrgastverband Pro Bahn befürchtet weitere Bauarbeiten danach.

Von Anke Spiess

Der Countdown läuft. Ab dem 6. Februar um 21.00 Uhr wird der Abschnitt zwischen Hagen und Köln komplett gesperrt, mit massiven Auswirkungen für Pendler und Fernreisende. Die Bahn hat eine Generalsanierung angekündigt- allerdings werden "nur" Gleise, Weichen, Oberleitungen, Schallschutzwände und Bahnhöfe saniert. Und das auf der 65 Kilometer langen Strecke. Das Ganze soll bis zum 10. Juli 2026 dauern.

Die zum Teil veralteten Stellwerke sind bei diesen Arbeiten außen vor. Deshalb befürchtet der Fahrgastverband Pro Bahn, dass auch nach der fünfmonatigen Sperrung weitere anstehen.

Das ergeben auch WDR-Recherchen: Weil die Stellwerke in einem sehr schlechten Zustand sind, müssten diese ebenfalls bald generalsaniert werden. Dem widerspricht die Bahn: "Die zugesicherte Baufreiheit von 5 Jahren bleibt bestehen", sagte ein Bahnsprecher gegenüber dem WDR.

Zumutung für Pendler und Fernreisende

Die Stadt Wuppertal begrüßt die Streckensanierung: „Das wird nach der Fertigstellung für alle Bahn-Nutzenden Vorteile bringen", sagt Oberbürgermeisterin Miriam Scherff.

"Ehrlicherweise müssen wir aber auch sagen, dass mit der Generalsanierung auf uns in Wuppertal große Unannehmlichkeiten zukommen. Für Pendler und Reisende bedeutet die lange Sperrung, dass ihre Wege sich zeitlich deutlich verlängern." Miriam Scherff, Wuppertaler Oberbürgermeisterin

Zum Beispiel brauchen Pendler für die Strecke Wuppertal-Köln Deutz dann mehr als zwei Stunden, statt wie bisher etwa 30 Minuten. Und die Alternativen sind mühselig, da Ersatzbusse nicht am Wuppertaler Hauptbahnhof abfahren.

Bahn: Keine Schummelsanierung

Dem Vorwurf einer Schummelsanierung widerspricht die Bahn. Die Netzzustandsnote der Strecke habe sich in den letzten vier Jahren von 3,02 auf 3,79 verschlechtert. Dies sei primär auf die fortschreitende Alterung der technischen Anlagen sowie daraus resultierende Störungen an diesen Anlagen zurückzuführen.

Zudem unterschreite der Zustand der Bahnhöfe und die Betriebsqualität auf dieser Strecke die Grenze dessen, was für Reisenden zumutbar sei. An Stellwerken mit schlechten Netzzustandsnoten arbeite die DB losgelöst von der Generalsanierung selbstverständlich weiter. Da die Stellwerke auf dieser Strecke sehr groß seien, würden sie erst weit in den 2030er Jahren erneuert, so die Bahn.

Hagen-Wuppertal-Köln: Schummel-Sanierung bei der DB?

WDR Studios NRW 16.01.2026 00:55 Min. Verfügbar bis 16.01.2028 WDR Online

 Unsere Quellen:

  • Fahrgastverband Pro Bahn
  • Statement DB, Vorstand Infrastruktur
  • WDR-Recherchen

Sendung: WDR 2, Lokalzeit Bergisches Land, 16.01.2026, 16.31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 16.01.2026, 19.30 Uhr

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