Emmerich: Der neue Rheindeich schützt 240.000 Menschen vor Hochwasser

Lokalzeit aus Duisburg 21.11.2025 02:25 Min. Verfügbar bis 21.11.2027 WDR Von Michael Jung

Emmerich: Der neue Rheindeich schützt 240.000 Menschen vor Hochwasser

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In Emmerich ist ein 2,8 km langer Abschnitt des Rheindeichs freigegeben worden. Er schützt 240.000 Menschen vor Hochwasser.

Von Michael Jung

Mit 60 Meter ist der neue Wall doppelt so breit wie sein Vorgänger. Außerdem ist er 70 cm höher. Er ersetzt einen Deich, der in seinen Ursprüngen noch aus dem Mittelalter stammt. "Wir haben beim Bau 600 Jahre alte Spuren gefunden", berichtet Harry Schulz, Deichgräf des Deichverbandes Bislich-Landesgrenze.

Bei der Freigabe des Deichs am Freitag kündigte Landesumweltminister Oliver Krischer (Grüne) an, man werde die Erfahrungen aus dieser Baustelle für künftige Projekte nutzen.

Rheindeich Emmerich: Schneller fertiggestellt als geplant

Der Deich war nur in zwei Jahren saniert worden – knapp drei Jahre schneller als geplant. Viele Arbeiten seien gut vorbereitet und miteinander abgestimmt worden.

Doch noch müssen allein im Bereich des Deichverbandes Bislich-Landesgrenze weitere zwölf Kilometer Deiche saniert werden. Wann alle Deiche am Niederrhein dem Stand der Technik entsprechen, konnte Umweltminister Krischer im WDR-Interview nicht sagen.

Das Land NRW stelle im Jahr 80 Millionen Euro für den Hochwasserschutz zur Verfügung. Seit der Ahrtal-Flut 2021 seien mehr als 500 Hochwasser-Projekte angestoßen worden.

Klage über Bürokratie

Deichgräf Harry Schulz ist trotzdem unzufrieden. Er beklagt, dass Planungs- und Genehmigungsverfahren sich teilweise über mehr als 30 Jahre zögen. Die Bürokratie verhindere einen zügigen Hochwasserschutz.

Warnung vor „Hochwasserdemenz

Schulz warnte vor "drohender Hochwasserdemenz": Die letzten großen Rheinhochwässer von 1993 und 1995 seien bei vielen schon in Vergessenheit geraten. "Andere haben noch nie ein Rheinhochwasser erlebt". Es sei wichtig, dass immer wieder an die lebensrettende Funktion der Deiche erinnert werde.

Unsere Quellen:

  • Deichverband Bislich-Landesgrenze
  • NRW-Umweltministerium
  • WDR-Reporter vor Ort

Über dieses Thema berichten wir auch im WDR-Fernsehen am 21.11. in der Lokalzeit Duisburg, 19:30 Uhr.

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