Zwei Personen haben Feuerwerkskörper und eine Einkaufsliste in der Hand

In den Läden gibt es so viel Feuerwerk wie noch nie

Stand:

Die einen wünschen sich ein Böllerverbot - die anderen wollen es Silvester knallen lassen. In den Geschäften wird derweil wohl so viel Feuerwerk in den Regalen liegen wie noch nie. Der Verkauf startet am 29. und geht bis zum 31. Dezember 2025. 

Deutschlands Feuerwerksfirmen nehmen an Silvester den nächsten Verkaufsrekord in den Blick: "Unser Warenvolumen im Handel ist etwa zehn Prozent größer als vor einem Jahr", sagt Oliver Gerstmeier, Vertriebsleiter von Weco in Eitorf bei Bonn. Vor einem Jahr war das Warenvolumen sogar um 25 Prozent nach oben gegangen. Es gibt also immer mehr Feuerwerk von Weco. Auch Konkurrent Comet aus Bremerhaven berichtet von einem moderaten Zuwachs in diesem Jahr. Die Nachfrage des Handels sei gestiegen, sagt der Marketing-Manager von Comet, Jens Thomas.

Die Firmen haben den Super- und Verbrauchermärkten sowie Discountern und Baumärkten Raketen, Böller und Feuerwerksbatterien geliefert, die vom 29. bis 31. Dezember verkauft werden dürfen. Was nicht verkauft wird, geht als Retoure zurück an die Firmen. Im vergangenen Jahr sei nur wenig zurückgekommen, sagt Weco-Vertriebsleiter Gerstmeier. "Die Retourenquote war niedriger als erwartet." 

Verkaufszahlen der Feuerwekrskörper auf Rekord-Hoch

WDR Studios NRW 25.12.2025 00:20 Min. Verfügbar bis 25.12.2027 WDR Online

Das Feuerwerk kommt größtenteils aus China

Weco ist die letzte große Feuerwerksfirma, die noch in Deutschland herstellt - die Firma hat insgesamt etwa 260 Beschäftigte, davon circa 200 in Eitorf und 30 in Kiel - an diesen beiden Standorten hat sie noch Produktionen, sie fertigt dort Raketen und sprühende Räder, auch Sonnen genannt. Aber nur etwa 15 Prozent des Firmenumsatzes entfallen auf Waren aus der eigenen Produktion, der Rest ist Importware, vor allem aus China. Weco kam im Geschäftsjahr 2023/24 (Mai bis April) auf einen Umsatz von rund 136 Millionen Euro, bei dem die Firma einen Gewinn von 17 Millionen Euro erwirtschaftete.

Feuerwerk vom chinesischen Handelskonzern

Ein Feuerwerkskörper explodiert am Himmel

Die Konkurrenten Nico aus Berlin und Comet aus Bremerhaven sind reine Händler, sie importieren ihre Ware komplett. Comet kam mit 120 Mitarbeitern zuletzt auf einen Jahresumsatz von 60 Millionen Euro, die Firma gehört einem chinesischen Handelskonzern. In Freiberg in Sachsen gibt es mit der FKF GmbH noch einen anderen kleinen Produzenten in Deutschland - er reicht aber längst nicht an das Massengeschäft von Weco heran.

Der Verband der pyrotechnischen Industrie sieht ebenfalls positiv auf das anstehende Silvestergeschäft.

"Es dürfte mehr ausgeliefert sein als im vergangenen Jahr - das ist bemerkenswert, schließlich war es im vergangenen Jahr schon sehr viel." Pyrotechnik-Verbandsgeschäftsführer Klaus Gotzen

Immer beliebter: Verbundfeuerwerke und Feuerwerksbatterien

Verbandsgeschäftsführer Klaus Gotzen sieht einen Trend zu sogenannten Verbundfeuerwerken und Feuerwerksbatterien. Die zündet man einmal an und dann brennt verschiedenes, aneinander gekoppeltes Feuerwerk nacheinander ab - bisweilen dauert es mehrere Minuten, bis es abgebrannt ist.

2024 hatte der Verband einen Umsatz von 197 Millionen Euro im Silvestergeschäft in Deutschland vermeldet, nach 180 Millionen Euro für Silvester-Feuerwerk 2023. Ob 2025 am Ende mehr Feuerwerk verkauft werden wird als im vergangenen Jahr, ist noch unklar. Hierbei spiele auch das Wetter eine Rolle, sagt Verbandsvertreter Gotzen: Bei Regen sei die Lust auf ein Feuerwerk draußen im Garten oder im öffentlichen Raum gering - und es werde vorab weniger eingekauft.

Kritik flammt immer wieder auf

Das Abbrennen von Feuerwerk und das Zünden von Böllern ist für viele Menschen in Deutschland ein Ärgernis. Tierschützer warnen vor den negativen Folgen für Tiere. Katzen und Hunde werden unter Stress gesetzt.

Wildtiere werden aufgeschreckt und verbrauchen wertvolle Energie, mit der sie durch den Winter kommen müssen.  Umweltschützer wiederum monieren eine Vermüllung der Umgebung und eine Verschwendung von Ressourcen.

Zu den Befürwortern eines Böllerverbots gehört auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) - sie moniert, dass immer häufiger Polizisten mit Böllern und Raketen angegriffen würden. Eine Petition der Gewerkschaft der Berliner Polizei, die sich für ein Böllerverbot einsetzt, zählt mittlerweile 2,3 Mio Unterschriften.

Die Innenminister der Bundesländer konnten sich unlängst allerdings nicht auf ein Böllerverbot einigen. Ein Verbot von privatem Feuerwerk auf der Nordseeinsel Föhr wurde unlängst von einem Gericht gestoppt.

Feuerwerksfirmen sehen starken Rückhalt in der Bevölkerung. Weco-Vertriebsleiter Gerstmeier sieht die steigende Nachfrage nach Feuerwerk als Beleg, dass sich die deutliche Mehrheit der Bevölkerung das Feuerwerk nicht verbieten lassen wolle.

Böllern könnte teurer werden

Die Preise für Feuerwerk könnten in diesem Jahr übrigens etwas höher sein als vor einem Jahr. "Die Transportkosten für die Schiffscontainer aus China sind sehr hoch - da kann es sein, dass die Preise im Handel leicht steigen", sagt Weco-Vertriebsleiter Gerstmeier.

Polizei startet Kampagne

Gefährlich werden kann es übrigens auch für die, die es knallen lassen: Die Polizei Duisburg hat eine Social-Media-Kampagne zu den Gefahren durch Silvesterböller gestartet - mit zum Teil drastischen Videos. In einem ersten Video explodiert ein Böller in der Hand:

Unsere Quellen:

Sendung: 1Live, 1Live Infos, 25.12.2025, 7:00 Uhr

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