Im Rhein-Sieg-Kreis sind mögliche Zusatzkosten für Rettungswagen-Einsätze vorerst vom Tisch – zumindest für gesetzlich Versicherte. CDU und Grüne setzten im Kreisausschuss per Dringlichkeitsantrag durch, dass Gebühren erstmal nicht an Patienten weitergegeben werden.
Worum geht es bei den sogenannten „Fehlfahrten“?
Seit dem 01.01.2026 zahlen Krankenkassen nach Angaben des Kreises nicht mehr in jedem Fall: Erstattet werde nur noch, wenn Patienten auch ins Krankenhaus gebracht werden. Bleibt der Rettungswagen nach der Behandlung vor Ort ohne Transport, können Kosten offen bleiben.
Der Kreis schätzt, dass dann 200 bis 300 Euro pro Einsatz bei Betroffenen landen könnten – Kritiker befürchten, dass Menschen im Notfall zögern, die 112 zu wählen.
"Die Menschen brauchen Klarheit, vor allem was Gesundheitsversorgung angeht. Damit in der Zwischenzeit keine Verunsicherung gibt, setzen wir die Gebühren aus." Björn Franken, CDU-Frakstionsvorsitzender im Rhein-Sieg-Kreis
Ohne den Beschluss hätte die Kreisverwaltung nach Angaben von CDU und Grünen in den nächsten Tagen Rechnungen oder Gebührenbescheide verschicken müssen. Mit der Aussetzung soll Zeit gewonnen werden, bis es eine Lösung zwischen Krankenkassen, Kommunen und dem Land gibt.
Warum ist das im Kreis nicht überall gleich?
Die Gebührenordnung gilt nicht automatisch in allen Städten: Siegburg, Troisdorf, Hennef, Niederkassel, Königswinter und Lohmar haben eigene Rettungswachen und können selbst entscheiden. Das könnte zu unterschiedlichen Regeln im Kreis führen.
Quellen:
- WDR Reporter vor Ort
- Björn Franken, CDU-Frakstionsvorsitzender im Rhein-Sieg-Kreis
Neukalkulation der Gebühren des Rettungsdienstes in der Region
Lokalzeit aus Bonn. 08.01.2026. 24:32 Min.. Verfügbar bis 08.01.2028. WDR. Von Josef Kaiser.
Sendung: WDR 2 Rheinland, 19.01.2026, 15.31 Uhr