Radare sollen Bonner Schulhöfe und Spielplätze sicherer machen
Lokalzeit aus Bonn. 17.07.2025. 03:16 Min.. Verfügbar bis 17.07.2027. WDR. Von Anette Flentge.
Allein im vergangenen Jahr waren die Kollegen von Sascha Hessenbruch 20 Mal auf dem Schulhof der Kreuzbergschule in Bonn-Lengsdorf. Zum Beispiel, weil sich Anwohner über Lärm oder Vandalismus beschwert hatten: "Doch nur in fünf Fällen haben wir vom Ordnungsamt auch Menschen angetroffen", so der Abteilungsleiter Ordnungswidrigkeiten der Stadt Bonn.
Hinzu kommen regelmäßige Patrouillen durch Streifen - doch auch hier finden seine Kollegen wenn überhaupt nur das, was die Gruppen hinterlassen: eingeschlagene Scheiben, niedergetretene Zäune, kaputte Bierflaschen.
Künstliche Intelligenz analysiert Radardaten
Die roten Punkte zeigen, wo sich auf dem Gelände etwas bewegt.
Das soll sich in Zukunft aber ändern - denn der Schulhof der Grundschule wird ab sofort mit einem Radar überwacht. "Das registriert, wenn sich auf dem Schulhof etwas bewegt", erklärt Ralf Bockshecker, Leiter des Bonner Amtes für Bürgerdienste: "Eine Künstliche Intelligenz analysiert dann die Daten, und schlägt in der Leitstelle des Ordnungsdienstes Alarm, wenn sie etwas Verdächtiges erkennt."
Also etwa, wenn sich eine Gruppe nachts lange auf dem Schulhof aufhält. Dann könnten Mitarbeiter des Ordnungsdienstes vorbeifahren und nach dem Rechten schauen. "So wollen wir vor allem unnötige Leerfahrten vermeiden und unsere Kräfte effizienter einsetzen", so Sascha Hessenbruch.
Positive Erfahrungen aus Gelsenkirchen
Schilder warnen vor der Überwachung - und personenbezogene Daten würden keine gesammelt, heißt es von der Stadt. Das Radar erfasst lediglich, dass sich auf dem Gelände etwas bewegt - und zeigt dies auf einer Karte an, auf die das Ordnungsamt Zugriff hat.
"Anders als bei einer Videoüberwachung haben wir hier keine Probleme mit dem Datenschutz. Und wir können proaktiv handeln: Sehen also, was sich aktuell auf dem Gelände tut, statt im Nachhinein zu sehen, was passiert ist." Ralf Bockshecker, Leiter des Amtes für Bürgerdienste
Das System wurde bereits in Gelsenkirchen getestet - hier soll es durch die gezielteren Kontrollen den Ordnungsamtes deutlich weniger störende Gruppen auf Schulhöfen und Spielplätzen geben.
Sascha Hessenbruch, Katja Roos und und Ralf Bockshecker vom Ordnungsamt.
Diesen Effekt erhofft sich auch die Stadt Bonn und testet das System bis Ende des Jahres auf dem Gelände der Kreuzbergschule in Lengsdorf und am Trinkpavillon im Stadtpark Bad Godesberg. Das kostet einen mittleren fünfstelligen Betrag, vor allem durch die Beschaffung der Software.
Verläuft der Test positiv, könnten mehr Radare angeschafft werden - und das kostet laut Stadt dann nur noch rund 5.000 Euro pro Einsatzort.
Unsere Quellen:
- Stadt Bonn
- Stadt Gelsenkrichen
- Reporter vor Ort