Prozess um Millionen-Coup auf der Düsseldorfer Königsallee
00:27 Min.. Verfügbar bis 17.07.2027.
Im Dezember 2020 überfielen in der Vorweihnachtszeit drei Täter einen Juwelier auf der Düsseldorfer Königsallee und entkamen mit einer Millionenbeute. Dem jetzt angeklagten 55-jährigen Serben wird schwerer Raub vorgeworfen.
Angeklagter schweigt zu den Vorwürfen
Sein Mandant werde heute weder Angaben zur Person noch zur Sache machen, erklärte Pflichtverteidiger Tim Görmiller. Der 55-Jährige Angeklagte bestätigte nur seine persönlichen Daten: Er wohne bei seiner Mutter in Belgrad und sei geschieden.
Beute im Wert von 3,3 Millionen Euro
Bei dem Überfall auf den "Kö"-Juwelier hatten drei Täter 41 Uhren und ein Armband im Gesamtwert von über 3,3 Millionen Euro erbeutet. Die Männer waren mit einem gestohlenen Opel in das Schaufenster gefahren.
Der Fahrer blieb im Wagen, seine Komplizen stürmten das Geschäft. Dort bedrohte laut Anklage der 55-Jährige die Angestellten und hielt sie mit Pfefferspray in Schach, während der unbekannte Mittätter die Auslagen plünderte. Anschließend waren die Täter mit Motorrollern geflüchtet.
Komplette Beute eine Woche später sichergestellt
Eine Woche nach dem Überfall hatten die serbischen Behörden vier Verdächtige festgenommen und die komplette Beute sichergestellt.
Darunter zwei der drei mutmaßlichen Kö-Räuber, ein Juwelier als möglicher Hehler und der Drahtzieher der Aktion. Serbischen Medien zufolge sollten die Festgenommenen dem Kriminellennetzwerk "Pink Panther" angehören, dem diverse Raubzüge in mehreren europäischen Ländern zugerechnet werden.
Mutmaßlicher Mittäter bereits verurteilt
Der Fahrer des Wagens wurde bereits im vergangenen Jahr in Düsseldorf zu neun Jahren Haft verurteilt. Der Serbe war erst im Herbst 2023 in Berlin festgenommen worden. Dort war er laut Gericht erneut an einem Überfall beteiligt, bei dem Schmuck im Wert von 750.000 Euro erbeutet wurde. Der Richter bezeichnete den Verurteilten als "Berufskriminellen".
Angeklagter mehrfach vorbestraft
Das könnte auch auf den jetzt angeklagten Landsmann zutreffen. Der 55-Jährige ist einschlägig vorbestraft. Er wurde bereits wegen Schmuckdiebstahl mehrfach verurteilt, darunter laut Landgericht in Frankreich und Spanien.
Aus der Schweiz nach Deutschland überstellt
Der Angeklagte war erst im vergangenen Jahr in der Schweiz nach einem Überfall auf eine Geldtransportfirma gefasst worden. Anfang Februar wurde er nach Deutschland überstellt und sitzt seither in Köln in Untersuchungshaft. Für den aktuellen Prozess sind bis Ende Oktober zwölf Verhandlungstage angesetzt.
Unsere Quellen:
- Landgericht Düsseldorf
- Staatsanwaltschaft
- Verteidiger
- Reporter vor Ort