Umweltminister Krischer besucht Modellprojekt zur Warnung vor Hochwasser
Lokalzeit aus Aachen. 22.10.2025. 03:18 Min.. Verfügbar bis 22.10.2027. WDR. Von Bettina Staubitz.
Die neue Technik wird an dem Fluss Inde in Aachen-Kornelimünster getestet. An der Entwicklung waren neben dem Wasserverband Eifel-Rur unter anderem auch Wissenschaftler der RWTH Aachen und des Forschungszentrum Jülich beteiligt. Auf den ersten Blick sieht die Technik nicht spaktakulär aus: An den Ufermauern der Inde sind zahlreiche kleine, weiße und rechteckige Kästchen angebracht worden. In diesen Kästen befinden sich Sensoren, die ständig den Pegelstand der Inde messen.
Daten mit künstlicher Intelligenz ausgewertet
Ein Teil der Messtechnik
Diese Informationen werden ständig mit künstlicher Intelligenz erfasst und analysiert. Das ermöglicht nicht nur viel genauere Vorhersagen über die aktuellen Pegelstände des Flusses, die Software ist auch in der Lage zu berechnen, wie schnell der Pegel des Flusses weiter steigen wird und wo er in einigen Stunden stehen wird.
Helfer können besser reagieren
Behälter an den Inden, in denen Sensoren stecken
Das ist ein unschätzbarer Vorteil im Vergleich zu der Situation bei der Flutkatastrophe im Jahr 2021. Damals arbeiteten viele Messanlagen an Inde und Vicht ungenau oder waren bald durch die Wassermassen zerstört. Die Einsatzkräfte wussten daher oft nicht, wo sie gerade am dringendsten gebraucht wurden. Das neue System sagt den Einsatzkräften im Ernstfall nicht nur, wo sie jetzt helfen müssen, sondern auch, wo man sie in ein paar Stunden brauchen wird. Die Krisenstäbe können ihre Leute dadurch viel gezielter einsetzen.
Schnelle Informationen könnne Leben retten
"Das ist wichtig, um im Ernstfall Zeit zu gewinnen. Kornelimünster hat 2021 erlebt, wie schnell die Lage ernst werden kann," sagte Oliver Krischer, Umweltminister von Nordrhein-Westfalen, bei der Vorstellung des Modellprojektes in Aachen. Diese Forschung soll helfen, die Sicherheit dort zu erhöhen, wo kleine Gewässer große Schäden anrichten können. NRW-Umweltminister Oliver Krischer
Landesweiter Einsatz geplant
Rund ein Jahr lang soll das Projekt noch erprobt werden. Dann könnte es auch in anderen von Fluten und Überschwemmungen bedrohten Gebieten in NRW zum Einsatz kommen. Voraussetzung ist allerdings, dass die örtlichen Wasserverbände mitspielen und bereit sind, dieses neue System der Hochwasservorhersage zu übernehmen.
Unsere Quellen:
- NRW-Umweltminister Oliver Krischer
- WDR-Reporter vor Ort