Genossenschaft belebt Lost Place: Neuer Technoclub in Köln geplant
03:15 Min.. Verfügbar bis 17.04.2028.
Im ehemaligen Verwaltungsgebäude von Klöckner-Humboldt-Deutz bröckelt der Putz von den Wänden, auf dem Boden liegen Glasscherben, in den Ecken hat sich längst Schimmel ausgebreitet. Seit rund 20 Jahren stehen große Teile des Gebäudes leer.
Tür an Tür reihen sich ehemalige Büros entlang langer Flure - alle verlassen. In einem dieser Räume klebt ein Quadrat aus blauem Tape auf dem Boden. Darin steht: 1 Quadratmeter. Juliane Berg vom Krakelee-Kollektiv bleibt davor stehen.
"Wir müssen hier viele behördliche Vorgaben beachten. Deshalb testen wir, wie viele Menschen sich auf einem Quadratmeter wohlfühlen.“
Ein langer Weg zum eigenen Club
Was hier einmal entstehen soll, ist noch schwer zu erkennen. Doch die Vision ist klar: Ein Technoclub. Seit sechs Jahren arbeitet das Kölner Krakelee-Kollektiv auf diesen Moment hin. Fast genauso lange haben sie nach einem passenden Ort gesucht.
"Wir haben ungefähr 500 Locations angefragt", sagt Johanna Warchol. In den letzten Monaten hat sich etwas bewegt. Die Verträge mit der Stadt sind unterschrieben, der Verein "Zwischendrin e.V." übernimmt die freien Teile des denkmalgeschützten Gebäudes. Krakelee ist einer der Untermieter.
Noch ist es ein Lost Place
Seitdem wird geplant, gerechnet, entworfen. Im Projektbüro hängt eine große Bauzeichnung an der Wand. Samy Hashim zeigt darauf. "Hier soll der Dancefloor hin, da die DJ-Booth." Dahinter: Backstage, Technikräume. "Aber vieles ist noch vorläufig", sagt er.
Projektarbeit im Kollektiv
Die ersten Bauarbeiten haben begonnen, doch noch dominieren leere Büroräume das Bild. Vieles passiere derzeit am Schreibtisch. "Das ist gerade vor allem Projektarbeit", sagt Johanna Warchol. "Organisation, Abstimmungen, Anträge."
Eine Club-Gründung bedeutet viel Projektarbeit
Rund 20 Menschen gehören zum Kollektiv. Einmal im Monat kommen alle zusammen, um Entscheidungen zu treffen. Bezahlt wird niemand. "Alle stecken hier ihre Freizeit rein", sagt Juliane Berg. "Alleine würde man das nicht schaffen."
Ein Club für alle
Der Club soll kein kommerzielles Projekt werden. Stattdessen hat das Kollektiv eine Genossenschaft gegründet. Innerhalb von drei Monaten kamen mehr als 100.000 Euro zusammen - durch Crowdfunding und Anteile.
"In Köln gab es in den letzten Jahren ein großes Clubsterben", sagt Johanna Warchol. "Und entsprechend hoch ist der Bedarf nach neuen Orten mit einem vielfältigen kulturellen Angebot." Gemeinsam mit dem "Zwischendrin e.V." soll hier mehr entstehen als nur ein Club. Auch Kunstprojekte sind geplant, dazu ein Café. Ein Ort für Kultur - nicht nur für die Nacht.
Noch ist davon wenig zu sehen. Wann der neue Club öffnet, kann niemand genau sagen. "Wir hoffen auf 2027", sagt Samy Hashim. Bis dahin bleibt das Gebäude eine Baustelle.
Unsere Quellen:
- Interview mit WDR-Reporter
Sendung: WDR.de, Neuer Technoclub in Köln geplant, 17.04.2026, 14:04 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Köln, 17.04.2026, 19.30 Uhr