Neuer Nachwuchs für Fledermausschützer am Niederrhein gesucht
Lokalzeit aus Düsseldorf. 29.07.2025. 03:15 Min.. Verfügbar bis 29.07.2027. WDR. Von Juliette Nichols.
Fledermaus Frida muss täglich ihre Flugstunden absolvieren. Die kleine Zwergfledermaus kann nach einer Prellung am Flügel und einem Anflugtrauma noch nicht wieder selbstständig fliegen. Noch funktioniert es nicht, doch Fledermauspflegerin Monika Smykalla übt geduldig weiter mit ihr.
Monika Smykalla mit Fledermaus Frida
Seit über einem Monat ist Frida bei Monika Smykalla. Sie päppelt verletzte Fledermäuse wieder auf. Zweimal täglich muss die ausgewachsene Fledermaus gefüttert werden. Hinzu kommen Tierarztbesuche, die Gabe von Medikamenten und der Austausch mit anderen Fledermauspflegern – und das alles ehrenamtlich. Doch für Monika Smykalla ist die Pflege längst zu einer Herzensaufgabe geworden.
"Die ersten Fledermausbabys sind in meine Halskuhle gekrabbelt und haben sich da hingesetzt, das ist einfach unbeschreiblich. Es ist die Liebe zu den Fledermäusen und egal wie viel die Tiere manchmal meckern, sie sind einfach süß." Monika Smykalla, ehrenamtliche Fledermauspflegerin
Gerade im Sommer werden viele Fledermausbabys gefunden, diese müssen fast stündlich gefüttert werden. Doch für Krefeld und die umliegende Region sind derzeit nur Monika Smykalla und zwei weitere Fledermauspflegerinnen zuständig. Das möchte Michael Müller vom NABU Bezirksverband Krefeld/Viersen ändern.
Michael Müller vom NABU Bezirksverband Krefeld/Viersen
Seit Juni bietet er Kurse an, in denen sich Interessierte zu ehrenamtlichen Fledermausschützern ausbilden lassen können. Denn die Pflege ist nur ein Aspekt - auch die Erhaltung von Lebensräumen, das Anbringen der Nistkästen und die Bestandserfassung gehören dazu.
Über 20 Fledermausarten in Deutschland
In der heutigen Fortbildungseinheit geht es um die korrekte Bestimmung der Fledermausarten anhand ihrer Rufe. "Ich sage mal so: Nur das, was man kennt, kann man auch schützen. Insgesamt sind die Fledermäuse bedroht, da müssen wir damit rechnen, dass es immer weniger Tiere geben wird und da ist es wichtig zu wissen, welche Fledermausart am meisten bedroht ist."
Über 20 Fledermausarten gibt es in Deutschland, fast alle sind gefährdet und einige sogar vom Aussterben bedroht. Der Rückgang der Insekten sowie der Verlust von Quartieren durch das Fällen alter Bäume und energetische Sanierungen von alten Häusern setzen den Tieren stark zu, erklärt Christian Giese, Sprecher des NABU Landesfachausschusses für Fledermausschutz.
"Meiner Einschätzung nach hat sich der Druck auf die Fledermäuse in den letzten 10-15 Jahren stark erhöht - wir können es nur leider nicht mit Zahlen belegen", sagt Christian Giese.
Dringend ehrenamtliche Fledermausschützer gesucht
Denn die Erfassung der nachtaktiven Fledermäuse bleibt schwierig, es mangelt an helfenden Händen bei der Fledermauskartierung. Beim NABU-Bezirksverband Krefeld/Viersen hofft Michael Müller deshalb, möglichst viele neue Fledermausschützer zu gewinnen. Ein zweiter Fortbildungsdurchgang ist bereits in Planung.
Unsere Quellen:
- NABU- Landesfachausschuss
- NRW NABU-Bezirksverband Krefeld Viersen
- Reporterin vor Ort