Flughafen Köln/Bonn beantragt dauerhafte Regelung für Nachtflüge
Lokalzeit aus Köln. 11.03.2026. 01:43 Min.. Verfügbar bis 11.03.2028. WDR.
Erst im Jahr 2030 läuft die Regelung aus, aber der Flughafen Köln/Bonn will bereits jetzt eine Entscheidung herbeiführen und dabei vor allem weitere Einschränkungen für den Nachtflugverkehr vermeiden. Dazu will er sich in einem 11-Punkte-Plan zu lärmreduzierenden Maßnahmen verpflichten.
Kritiker der Nachtflüge fordern weitere Beschränkungen
Das Verfahren sorgt jedoch für Kritik, unter anderem von der „Lärmschutzgemeinschaft Flughafen Köln/Bonn e.V.“. Sie befürchtet eine „Hau-Ruck-Aktion“, mit dem der Flughafen eine Regelung für den Nachtflug über das Jahr 2030 hinaus erreichen will.
Die vom Fluglärm betroffenen Bürger fordern eine Beteiligung beim Genehmigungsverfahren. Die Fluglärm-Gegner sind auch deshalb aufgeschreckt, weil die derzeit bestehenden Regelungen 2008 vom damaligen Verkehrsminister des Landes vorzeitig bis zum Jahr 2030 verlängert wurden. Sie stellen die Lärmmessungen des Flughafens in Frage.
Unterstützer fordern eine schnelle Entscheidung
Unterstützung bekommen sie von Kommunalpolitikern aus den umliegenden Gemeinden. Die Bürgermeister von Rösrath und Bergisch Gladbach haben in einem Brief an den NRW-Verkehrsminister eine Bürgerbeteiligung gefordert, sowie das Verbot von Passagierflügen in der Zeit zwischen 0 und 5 Uhr.
Der Flughafen hingegen will erreichen, dass es keine weiteren Einschränkungen gibt. Eine Zwickmühle auch für die Landespolitik, denn CDU und Grüne hatten in ihrem Koalitionsvertrag eine Reduzierung des Fluglärms angekündigt.
SPD-Fraktionschef Jochen Ott unterstützt den Flughafen Köln/Bonn
Thilo Schmid, Geschäftsführer vom Flughafen Köln-Bonn, bekommt für seine Pläne Unterstützung vom Fraktionschef der SPD.
Der Fraktionschef der SPD im Landtag, Jochen Ott, unterstützt die Forderungen des Flughafens. Er fordert eine schnelle Genehmigung, da der nächtliche Frachtverkehr Arbeitsplätze und Investitionen in der Region sichere. Ein Argument, dass auch die Geschäftsführung des Flughafens vorträgt.
Insbesondere der amerikanische Konzern UPS als eines der großen Luftfrachtunternehmen müsse bereits jetzt Investitionsentscheidungen treffen und könne nicht auf das Jahr 2030 warten.
Betriebsgenehmigung für Köln/Bonn ist eher eine Ausnahme
Grundsätzlich hat der Flughafen Köln/Bonn als einer der wenigen in Deutschland eine für 24 Stunden geltende Betriebsgenehmigung. Die wurde erstmals 1979 in Teilen beschränkt und danach mehrmals verlängert.
Unter anderem sind Beschränkungen für die Nachtstunden zwischen 22 und 6 Uhr vorgesehen, in denen nur „lärmarme“ Flugzeuge starten dürfen. Deutlich angehoben werden die Start- und Landeentgelte, wenn die Airlines nachts fliegen. Auf freiwilliger Basis will der Flughafen auch weiterhin passive Schallschutzmaßnahmen für Anwohner bezahlen.
Unsere Quellen:
- Flughafen Köln/Bonn
- Lärmschutzgemeinschaft Flughafen Köln/Bonn e.V.
- Verkehrsministerium NRW
Sendung: WDR 2 Köln, Lokalzeit 11.03.2026, 12.31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Köln, 11.03.2026, 19.30 Uhr