Mordprozess gegen Raser wegen toter Radfahrerin: Angeklagter gesteht
00:41 Min.. Verfügbar bis 05.03.2028.
Mordprozess gegen Raser wegen toter Radfahrerin: Angeklagter gesteht
Stand:
Mitte August vergangenen Jahres wurde eine 66-jährige Radfahrerin in Neuss von einem Auto erfasst und tödlich verletzt. Seit Donnerstag muss sich der Autofahrer deshalb vor dem Landgericht Düsseldorf verantworten. Dem 26-Jährigen aus Neuss werden Mord und Verkehrsgefährdung vorgeworfen.
Zum Aufakt legte der Angeklagte über seinen Verteidiger ein Geständnis ab. Vor Gericht gab er an, dass er gemeinsam mit seinen drei Beifahrern auf dem Weg in die Neusser Innenstadt war, um Kokain zu kaufen.
Er gab auch zu unter Drogen- und Alkoholeinfluss in seinem Audi A5 viel zu schnell gefahren zu sein. "Ich weiß, dass sich schuld bin", sagte der Angeklagte.
"Ich hätte nicht fahren dürfen." Angeklagter
Raser überollt Radfahrerin
Am Abend des 11. August soll der 26-jährige Angeklagte schon vor dem Unfall mit seinem roten Audi rücksichtslos durch Neuss gerast sein. Das hatten Augenzeugen berichtet. Autofahrer mussten ausweichen, einer habe sogar eine Vollbremsung hinlegen müssen, um eine Kollision zu vermeiden, heißt es bei Gericht.
Staatsanwalt Marin Stücker warf dem Neusser vor, dass er mit seiner Fahrweise billigend in Kauf genommen habe, "sich, seine drei Beifahrer sowie andere Verkehrsteilnehmer und Passanten in tödliche Gefahr zu bringen."
Raser war alkoholisiert und hat Drogen genommen
Die Ermittlungen ergaben, dass der 26-Jährige zum Tatzeitpunkt "mit 1,3 Promille erheblich alkoholisert war" und unter dem Einfluss von Cannabis und Kokain stand.
Gegen 21:30 Uhr verlor der Angeklagte dann in einer Rechtskurve die Kontrolle über den Audi und erfasste mit einer Geschwindigkeit von mindestens 76 Stundenkilometern die 66-jährige Radlerin. Anschließend prallte der Audi gegen zwei geparkte Autos.
Radlerin starb am Unfallort
Die zweifache Mutter erlag am Unfallort ihren Verletzungen. Der Sohn der Radlerin, der mit ihr unterwegs war, erlitt einen Schock. Die drei Beifahrer des Angeklagten wurden leicht verletzt.
Bei der Unfallaufnahme durch die Polizei vor Ort sagte der 26-Jährige, dass er überholen wollte und auf die linke Spur gewechselt sei. "Dann hat es geknallt", soll er gesagt haben. Den Konsum von Alkohol und Drogen soll er bestritten haben.
Staatsanwaltschaft sieht Heimtücke
Der Staatsanwalt wertet die Tat als Mord aus Heimtücke mit dem Auto als gemeingefährlichem Mittel. Die Radlerin sei zur Tatzeit völlig arg- und wehrlos gewesen.
Für den Prozess sind bis Ende Mai sieben Verhandlungstage angesetzt. Dem 26-Jährigen droht eine mehrjährige Haftstrafe, im schlimmsten Fall sogar lebenslang.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Landgericht und Staatsanwaltschaft Düsseldorf
- Verteidiger des Angeklagten
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 05.03.2026, 18:08 Uhr.