Junge Ladendiebe: Wie Mönchengladbach erfolgreich Rückfälle stoppt
06:06 Min.. Verfügbar bis 25.02.2028.
Ist der erste Diebstahl der Beginn einer kriminellen Karriere? Um das zu verhindern, läuft in Mönchengladbach ein Programm für jugendliche Erststraftäter mit beindruckendem Erfolg: Die Rückfallquote sinkt um 70 Prozent. Statt reiner Sozialstunden werden die Jugendlichen mit den Auswirkungen ihrer Tat konfrontiert.
Zurück an den Tatort Einkaufszentrum
Der Nachmittag beginnt im Shopping Center, wo viele Jugendliche schon einmal erwischt wurden. Manche haben sogar Hausverbot - für das Projekt wird es aufgehoben. Gemeinsam mit Sozialarbeiterin Verena Illies geht es hinein. Möglichst unauffällig. Es ist unangenehm wieder dort hin zu müssen - richterlich angeordnet.
"Was hast du geklaut?"
Ob Parfum, Kosmetik oder Sneaker - jeder erzählt offen, was passiert ist. "Ich hatte kein Geld und hab gedacht, ach komm, was soll´s? Es wird dich eh keiner sehen", erzählt einer. Danach wird in Kleingruppen gearbeitet. Die Jugendlichen sollen überlegen, was ein Diebstahl für Eltern, Polizei und andere Menschen bedeutet.
Jeder Diebstahl ist wie ein Schock
Verena Illies, Sozialarbeiterin, im WDR-Interview
Besonders eindrücklich sind die Gespräche mit Verkäuferinnen. Sie berichten vom Stress und der Angst. Wie reagiert ein Dieb, wenn sie ihn erwischen? Für viele ist jeder Diebstahl ein Schock - und das bekommen die Jugendlichen zu spüren. "Das ist der Moment", berichtet Verena Illies, "an dem das Umdenken beginnt."
Drei Stunden lang geht es ums Reflektieren und Verstehen. Und oft trifft es die Jugendlichen stärker als sie erwartet haben. Einer sagt: "Es hat mich sehr getroffen, meinen Vater mit Tränen in den Augen zu sehen."
Das Ladendieb-Projekt der Jugendhilfe im Strafverfahren Mönchengladbach gibt es jetzt seit drei Jahren.
Unsere Quellen:
- Reporterin vor Ort
- Stadt Mönchengladbach
- Jugendhilfe Mönchengladbach
- Intervies mit Sozialarbeiterin Verena Illies
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 24.02.2026, 19:30 Uhr