Wut, Angst, Trauer: Diese Gefühle waren am Montagnachmittag an den Gesichtern der Mitarbeitenden im Krefelder Presswerk abzulesen. Kein Wunder, denn bislang weiß keiner, wer unter den insgesamt 69 Beschäftigten ist, die ihren Job verlieren werden.
Klarheit über Entlassungen gibt es Ende Januar
IG Metall-Sprecherin Zanda Grundberg vor dem Werkstor des Krefelder Presswerkes
Morgen sollen die von der Entlassung betroffenen Beschäftigten informiert werden. Ende Januar wird dann die Kündigung offiziell und schriftlich ausgesprochen. Betroffen seien sowohl Menschen, die kurz vor der Rente stehen, als auch jüngere Mitarbeiter, die noch nicht so lange im Betrieb sind, sagte Zanda Grundberg von der IG Metall dem WDR. Die Jüngeren hätten wohl die besten Chancen, relativ schnell wieder einen neuen Job zu finden.
Sozialverträgliche Lösungen sind angestrebt
Für die gekündigten Mitarbeiter soll eine möglichst sozialverträgliche Lösung gefunden werden. Mithilfe von Transfergesellschaften wollen die Arbeitnehmervertreter verhindern, dass Mitarbeiter direkt in die Arbeitslosigkeit rutschen. Betriebsrat und IG Metall sind auch mit der Arbeitsagentur in Kontakt.
Für Kündigungen gelten bei einer Insolvenz andere Regeln. So ist die Kündigungsfrist auf maximal drei Monate zum Monatsende begrenzt - unabhängig davon, wie lange jemand in einem Betrieb schon arbeitet. Und große Abfindungen für die Entlassenen sind nicht drin.
Presswerk soll weitergeführt werden
Trotz der schlechten Stimmung unter den Beschäftigten, konnten Firmenleitung und Insolvenzverwalter aber ein klein wenig Hoffnung verbreiten: Für die, die ihren Job behalten, bieten sich nun auch gute Perspektiven. Denn durch den Personalabbau bestünden gute Chancen, das Unternehmen erhalten zu können, hieß es auf der Betriebsversammlung.
Vorläufiger Insolvenzantrag schon vor drei Monaten gestellt
Das Presswerk im Krefelder Industriegebiet im Stadtteil Linn hatte bereits Ende November vergangen Jahres Insolvenz beantragt. Grund dafür war die schlechte Auftragslage. Seitdem läuft der Betrieb weiter und es wird ein Investor gesucht. Durch das Insolvenzgeld sind Löhne und Gehälter für drei Monate gesichert, also bis Ende Februar.
Das Presswerk ist einer von drei Standorten des Betreibers CoFo PWK GmbH in Deutschland. In Krefeld werden umgeformte Metallteile hergestellt, die unter anderem in der Produktion von Fahrzeugen eingesetzt werden.
Unsere Quellen:
- Webseite CoFo PWK GmbH
- IG Metall Krefeld, Sprecherin Dr. Zanda Grundberg
Sendung: WDR Radio WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 19.01.26, 13.31 Uhr