Lkw überfährt Radfahrerin in Köln: Prozess um fahrlässige Tötung
Lokalzeit aus Köln. 16.01.2026. 00:56 Min.. Verfügbar bis 16.01.2028. WDR.
Der Fahrer, der den Unfall am 09.04.2024 verursachte muss 4500 Euro zahlen. Er und der Vertreter der Staatsanwaltschaft akzeptierten das Urteil noch im Gerichtssaal, somit ist es rechtskräftig.
Es ist ein Dienstagnachmittag im April 2024. Gegen 15.50 Uhr fährt eine 63 Jahre alte Frau den Sülzgürtel mit ihrem Fahrrad entlang. Sie will weiter geradeaus. An der viel befahrenen Kreuzung an der Luxemburger Straße will auch ein Lkw rechts abbiegen. Wie die Staatsanwaltschaft jetzt sagt, hat der Lkw-Fahrer die Frau nicht gesehen. Sie gerät unter den Aufflieger. Aufgrund ihrer schweren Kopfverletzungen stirbt sie noch vor Ort.
Fahrer entschuldigt sich unter Tränen
Der Angeklagte sagte unter Tränen im Gericht, dass es ihm Leid täte. Laut Gutachter war der Unfall eindeutig vermeidbar. Der Fahrer, der fast 30 Jahre unfallfrei seinem Beruf nachging, hätte sich nur etwas mehr Zeit nehmen müssen, um in die Spiegel zu schauen. In seinem Plädoyers sagte der Staatsanwalt, dass der Fahrer immer alles gut gemacht hätte, bis auf diesen einen Fall.
Die Richterin nahm in ihrer Urteilsbegründung den Zeit-Aspekt noch einmal auf. Sicherlich nicht nur auf diesen Fall bezogen sagte, sie, dass man als Lkw-Fahrer und Fahrer allgemein, alles tun müsse, solche Unfälle zu verhindern, auch wenn die Autos hinter einem hupen.
"Geisterfahrrad" für Radfahrerin
Der ADFC sagte im Zusammenhang mit diesem Unfall, dass es oft so ist, dass man beim Abbiegen nicht damit rechnet, wo genau der Lkw entlang rollt. Dabei geht es um die sogenannte "Schleppkurve". Das heißt, die hinteren Räder fahren woanders entlang als die vorderen Räder. Deshalb brauche der Lkw sehr viel Platz. Somit müssten Radfahrer oder Fußgänger auch aktiv ausweichen.
Die Kölner Polizei hatte nach dem Unfall in einer Mitteilung geschrieben, dass der Opferschutz Hilfe für Zeugen anbieten würde. Oft hätten Augenzeugen Schwierigkeiten, die Bilder des Geschehens zu verarbeiten, schrieb die Polizei. Ob sich Menschen daraufhin gemeldet haben, ist nicht bekannt. Allerdings haben tatsächlich viele an dieser belebten Kreuzung den Unfall mitbekommen.