Der Angeklagte (Mitte) mit Anwalt und Übsetzerin, der den gleichen Juwelier in Köln dreimal ausgeraubt haben soll.

Dreimal Juwelier überfallen – Prozess in Köln

Stand:

In Köln ist ein Juweliergeschäft dreimal überfallen worden. Seit heute muss sich ein Mann vor Gericht verantworten.

Von Markus Schmitz

Der 52-jährige Angeklagte und sein Verteidiger sprechen von einer Kriminellen-Biografie: Gebürtig kommt der Mann aus Estland. 1997 kam er nach Deutschland, als sein Visum ablief, warf er nach eigenen Angaben seinen Ausweis weg. "In seinem Lebenslauf finden Sie wenig bis gar keine berufliche Tätigkeiten", sagt der Verteidiger. Der Angeklagte musste wegen Straftaten eine Haftstrafe absitzen, in der folgenden Abschiebehaft gab er sich eine russische Identität und konnte somit nicht abgeschoben werden.

„Immer auf der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten“

Als er aus der Abschiebehaft entlassen wurde, sollte er sich beim Ausländeramt melden, doch stattdessen, beschloss er ein Juweliergeschäft auszurauben. Zwischen 2007 und 2011 verübte er drei Überfälle auf dasselbe Geschäft in Köln-Weidenpesch.

Der Laden sei günstig gelegen, sagt der Mann in seiner Aussage vor Gericht. Jedesmal war er mit einer Pistole bewaffnet, hatte auf die Vitrinen geschossen und wertvolle Uhren mitgenommen. Er hatte die Eingangstür so präpariert, dass sie offen blieb und er schnell flüchten konnte. Beim dritten Überfall sei er allerdings vor dem Geschäft von einer Frau aufgehalten worden, habe geschossen und die Frau so schwer verletzt.

Dreimal Juwelier überfallen – Prozess in Köln

WDR Studios NRW 08.07.2025 00:44 Min. Verfügbar bis 08.07.2027 WDR Online

Beute nach Antwerpen gebracht

Der Angeklagte war jedes Mal mit einem Auto von Köln nach Antwerpen geflüchtet. Dort habe ihm jemand die erbeuteten Uhren direkt abgekauft. Das Geschäft in Köln sei auch deswegen ein gutes Ziel gewesen, weil der Laden nicht bewacht wurde, sagt der Mann.

Er hatte lange Zeit in den Niederlanden gelebt und musste dort eine jahrelange Haftstrafe wegen eines Tötungsdeliktes absitzen. Während seiner Haft habe er sich dazu entschlossen die Überfälle auf den Juwelier in Köln zu gestehen. Der Grund: Er hatte sich Sorgen um die anschossene Frau gemacht. Er dachte, dass er sie Frau im Bauchraum getroffen habe. Stattdessen hatte er ihr aber in den Oberschenkel geschossen.

Unsere Quellen:

  • WDR-Reporter vor Gericht

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