Täglich fahren tausende Fahrzeuge über den Von-Schöfer-Ring zwischen Merscher Höhe und der Zuckerfabrik. Wenn im September dann die Rübenernte startet, kommen weitere Traktoren und Lkw aus dem größeren Umland hinzu. Um die Anwohner zu entlasten, galt bisher nur während der Rübenernte bis Ende Januar eine Tempo-Begrenzung auf 30.
Aber diese Regelung war nicht eindeutig. Denn in einigen Jahren galt 30 km/h nur für Lkw, in anderen Jahren mussten alle Fahrzeuge Tempo 30 einhalten. In den Monaten Februar bis August gilt auf dem Ring Tempo 50.
Viele Autofahrer hat das verwirrt, auch weil Navigationssysteme die vorübergehende Tempobegrenzung nicht anzeigen. Wenn die Polizei auf dem Abschnitt Blitzer einsetzte, war das nach der alten Regelung nicht gerichtsfest.
Nicht nur Rübelaster sorgen für Lärm
Die Stadt Jülich wollte diesem Wirrwarr an Regelungen ein Ende setzen und beauftragte einen Lärmgutachter. Das Ergebnis: Es ist nicht nur der Lkw-Verkehr während der Rübenernte, der für reichlich Lärm sorgt. Sondern alle Fahrzeuge tragen bei Tempo 50 dazu bei, dass die gesetzlichen Lärmpegel, die für Wohngebiete gelten, überschritten werden.
Zeitverlust: Zwei Minuten
Fahren dagegen alle nur mit 30 km/h über den Ring, werden die Pegel eingehalten. Damit habe die Stadt Jülich nun eine gerichtsfeste Grundlage, um auf dem zwei Kilometer langen Abschnitt Tempo 30 einzuführen, sagt Bürgermeister Axel Fuchs. Kritikern, die argumentieren, man könne nur noch durch die Stadt schleichen, sagt Fuchs, der Zeitverlust zwischen Tempo 30 und 50 betrage gerade einmal zwei Minuten.
Alle Ratsfraktionen haben der neuen Regelung zugestimmt. Auch deshalb, weil nun die Blitzerkontrollen der Polizei rechtssicher sind.
Unsere Quellen:
- Stadt Jülich
- Bürgermeister Axel Fuchs