In Hilden machen sich offenbar immer mehr Menschen Sorgen, weil Jugendliche gefährliches Lachgas konsumieren. "Die leeren Kartuschen liegen sogar vor unseren Standorten", sagt zum Beispiel Bekir Arslan vom Bildungs- und Erziehungsverein "Hand in Hand".
Der Hildener Verein kümmert sich um Jugendliche. Und bei denen sei Lachgas auf jeden Fall ein großes Thema. Jeder kennt zumindest jemanden, der es schon einmal konsumiert hat, sagt Arslan.
Lachgas kann gefährlich werden
Deshalb hat der Verein jetzt eine Aufklärungskampagne gestartet. Dazu wurden ein Plakat und ein Infoblatt entworfen. Darauf werden Gefahren erklärt, die durch das Einatmen von Lachgas und Überdosierungen entstehen können: zum Beispiel ein Sauerstoffmangel bis hin zum Herzstillstand, Nervenschäden und langfristig auch psychische Probleme. Das Plakat enthält klare Warnungen:
Das Infomaterial wurde per Mail an Hildener Schulen geschickt. Die können es ausdrucken, die Plakate aufhängen und die Infoblätter zum Beispiel im Unterricht nutzen.
Bundesregierung will deutschlandweites Verbot
So wird Lachgas in vielen Kiosken verkauft
Unabhängig davon sammelt ein Hildener Vater und Sportvereinstrainer gerade Unterschriften auf der Online-Petitionsplattform change.org. Er fordert, dass die Stadt Hilden Jugendliche mehr vor Lachgas schützt. Der Initiator schlägt dafür unter anderem städtische Aufklärungskampagnen vor und will erreichen, dass Streetworker zum Beispiel an Konsumorte wie Parks und Spielplätze gehen und dort mit Jugendlichen sprechen.
Außerdem fordert er die Stadt Hilden auf zu recherchieren, wo und unter welchen Bedingungen in der Stadt Lachgas verkauft wird. Denn die Zylinder werden oft von Kiosken angeboten, was auch nicht grundsätzlich verboten ist.
Einige Städte haben bereits Verkauf von Lachgas an Minderjährige untersagt, darunter Köln, Dortmund, Mülheim an der Ruhr und Neuss.
Die Stadt Hilden will dagegen abwarten, was sich auf Bundesebene tut. Denn die neue Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat angekündigt, ein solches Lachgas-Verkaufsverbot für Minderjährige bundesweit einzuführen. Man behalte die Entwicklung im Auge, so die Stadt Hilden auf WDR-Anfrage.
Unsere Quellen:
- Hildener Bildungs- und Erziehungsverein "Hand in Hand"
- Stadt Hilden
- Online-Petition auf change.org
- www.tagesschau.de
