Unter dem Leitgedanken "Lebensraum Golfplatz" wollen der Naturschutzbund NABU und der Golfverband NRW den Lebensraum für heimische Tiere und Pflanzen schützen. Der Kooperationsvertrag wurde auf der Anlage des Golfclubs Schloß Myllendonk in Korschenbroich bei Mönchengladbach unterschrieben.
Golfplätze bieten viel Platz für biologische Vielfalt
Auf Golfplätzen gibt es viele Flächen, die nicht dem eigentlichen Spielbetrieb dienen. Zum Beispiel Waldflächen, Gewässer oder Streuobstwiesen neben den Spielbahnen. Diese machen etwa die Hälfte einer durchschnittlichen Golfanlage aus. Viel Platz also für Förderung und Erhalt der biologischen Vielfalt. Hecken und Gehölze bieten etwa Kleinlebewesen und Niederwild Unterschlupf. Teiche und Wasserläufe bringen exzellente Lebensbedingungen für zahlreiche Tiere und Pflanzen.
Lebensräume für Tiere und Pflanzen
Auf Korschenbroicher Golfplatz hängen Nistkästen für Fledermäuse
Solches Potenzial für den Natur- und Artenschutz auszuschöpfen, liegt dem NABU sehr am Herzen. Auf der Anlage des Golfclubs Schloß Myllendonk in Korschenbroich gibt es zum Beispiel sehr viele Fledermausarten. Für die wurden bereits Nistkästen aufgehängt, in denen die Tiere ungestört brüten können.
Golfclubs sollen sich freiwillig am Naturschutz-Projekt beteiligen
Auf den Golfplätzen können sich auch seltene Pflanzen ungestört entwickeln, also Pflanzen, die in der sogenannten "Roten Liste" für gefährdete Pflanzen aufgeführt sind. Die Golfclubs sollen sich im Rahmen der Biodiversitäts-Kooperation verpflichten, der Artenvielfalt einen höheren Stellenwert innerhalb des Golfsports einzuräumen. Dieses Ziel soll durch verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden. Ein wesentlicher Aspekt bestehe darin, dass sich die teilnehmenden Golfanlagen auf freiwilliger Basis die Ziele des Natur-, Arten- und Umweltschutzes zu eigen machen, so die NABU-Landeschefin.
Pflegequalität der Golfanlagen leidet nicht
Gleichzeitig werde es eine unveränderte Pflegequalität der Spielanlage geben, versichert der Golfverband NRW. Wobei die freie Sicht auf die Golfbahnen selbstverständlich erhalten bleibe, sagt dessen Präsident Dr. Jürgen-Peter Kretschmer. Er hält es für wichtig, dass die Golfplätze einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der heimischen Natur leisten: "Denn damit fördern sie auch das positive und zeitgemäß naturbewusste Image des Golfsports."
Experten geben Golfclubs Tipps zur Förderung der Artenvielfalt
Die NABU-Gruppen vor Ort würden den Clubs dabei mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, versichert die NRW-Vorsitzende Heide Naderer. Die Umwelt-Experten beraten die Golfanlagen bei der Umsetzung von geeigneten Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt. Sie geben zum Beispiel Tipps, welches Saatgut man für eine Wildblumenwiese nehmen sollte oder wo sinnvollerweise eine Hecke gepflanzt werden könnte.
Kein Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln
Zu den Maßnahmen gehört auch, dass bei der Pflege der Grünanlagen weitestgehend auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln verzichtet wird. Gleichzeitig werden die Greenkeeper, also die Platzwarte auf den Golfanlagen, in Sachen Umwelt- und Naturschutz geschult. Die Umsetzung der Maßnahmen soll zudem regelmäßig überprüft und dokumentiert werden. Nun sollen in NRW möglichst viele Verantwortliche von Golfanlagen für die grüne Kampagne gewonnen werden.
Unsere Quellen:
- NABUNRW, Vorsitzende Dr. Heide Naderer
- Golfverband NRW, Präsident Dr. Jürgen-Peter Kretschmer
- Reporter vor Ort
